Hass im Netz

© benjaminec/iStock/Thinkstock
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Eine Aussage, ein Foto kann schon ausreichen, dass ein Shitstorm, eine Lawine an negativer Kritik, hereinbricht. Über das Internet und die sozialen Kanäle verbreitet sich die Kritik rasend schnell und erreicht innerhalb kürzester Zeit ein breites Publikum.

Politiker, Stars, Moderatoren sind besonders häufig betroffen, aber auch private Personen können Opfer von Hasskommentaren über das Internet werden. Auch wenn die Beschimpfungen oft unbedarft abgegeben werden, Hasspostings sind kein harmloser Spaß und können strafbar sein.

Was sind Hasspostings?

Werden im Internet absichtlich Worte, Bilder oder Videos eingesetzt, um andere Menschen anzugreifen oder abzuwerten, nennt man das "Hassposting" oder "Hate Speech". Dazu zählt auch, wenn zu Hass oder Gewalt gegen bestimmte Menschen oder Menschengruppen aufgerufen wird. Oft handelt es sich dabei um rassistische, antisemitische oder sexistische Kommentare. (www.saferinternet.at)

Hasspostings sind kein neues Phänomen. Besonders in Sozialen Netzwerken, Foren, Kommentarspalten sind oft Hetze, Hass und Diskriminierung zu finden. Es gibt auch immer wieder neue Kanäle, die zu Cybermobbing etc. missbraucht werden. Gab es vor einiger Zeit die Plattform iShareGossip, gewinnt neuerdings "Tellonym" an Beliebtheit.


Exkurs "Tellonym"

Tellonym ist eine Online-Plattform, in der anonyme Bewertungen abgegeben werden können. Jugendliche erhoffen sich dadurch Komplimente, die dann auch auf weiteren Accounts wie Instagram, angezeigt werden können. Bei freundlichen Bewertungen bleibt es allerdings nicht immer, obszöne Beleidigungen, Anmachsprüche etc. können über diese Plattform schnell ihre Runde machen.


Was tun?

Ein respektvolles Miteinander ist auch im Internet unverzichtbar. Wir haben ein paar Tipps für Jugendliche zusammengestellt, wie sie Hass im Netz bekämpfen können.

Tipps für ein kontruktives Miteinander im Internet
Grenzen setzen!
In den meisten Sozialen Netzwerken, Foren etc. können Beiträge gemeldet werden. Es können auch einzelne Nutzer blockiert werden.
Schau nicht weg!
Mobbing ist Erhöhung durch Erniedrigung. Das funktioniert nur, wenn das auch von anderen gesehen wird. Das heißt, auch Zuschauer sind ein Teil von Mobbing.
Genau hinsehen und einmischen!
Sei kritisch und mache klar, dass du mit Hasspostings nicht einverstanden bist. Du kannst auch dagegen reden, bleibe dabei aber sachlich.
Gib nicht auf,
darauf hinzuweisen, wenn Aussagen beleidigend oder herabwürdigend sind.
Anzeige!
Sind die Inhalte eines Hasspostings
strafrechtlich relevant, kannst du sie bei jeder
Polizeidienststelle zur Anzeige bringen.
Glaube nicht alles!
Hinterfrage Aussagen, vergleiche Informationen und nutze unterschiedliche Medien/Suchmaschinen.
Hole Hilfe!
Wenn du selber unter Hasspostings leidest, wende dich an Freunde, Eltern, Lehrer oder andere vertrauenswürdige Personen. Du kannst auch Hilfe bei Beratungsstellen finden.
Teile nicht jedes Posting,
nur weil es dich wütend oder dir Angst macht.

Was sagt das Gesetz?

In Österreich gibt es kein eigenes Gesetz gegen Hate Speech, aber es können verschiedene Straftatbestände erfüllt sein:

  • § 283 (StGB) Verhetzung
    Wer im Internet zu Gewalt oder Hass gegen Personen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit, Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit, Weltanschauung bzw. sexueller Orientierung oder Hautfarbe aufstachelt, macht sich wegen Verhetzung strafbar.
  • § 107c (StGB) Cyber-Mobbing
  • § 111 (StGB) Üble Nachrede
    Unterstellung von unwahren, verächtlichen Eigenschaften oder unehrenhaften Handlungen
  • § 115 (StGB) Beleidigung
    Verspottung einer Person vor mind. zwei weiteren Personen.
  • § 107 (StGB) Gefährliche Drohung
  • § 297 (StGB) Verleumdung
    Wissentlich falsche Verdächtigung einer Person eine strafbare Handlung begangen zu haben.
  • § 152 (StGB) Kreditschädigung
    Gefährdung des Erwerbs oder des beruflichen Fortkommens einer oder  eines anderen durch Behauptung unrichtiger Tatsachen.

Mehr dazu:
saferinternet.at
ISPA-Broschüre


Was meinen Sie?

Wir haben in der Jugend-Medien-Studie Eltern gefragt, die Kinder im Alter zw. 11 und 18 Jahren haben, welche Internet-Regeln sie vereinbaren. Am häufigsten dürfen Jugendliche keine persönlichen Daten preisgeben (79 %), nicht online einkaufen (76 %) und bestimmte Internetseiten nicht besuchen (69 %).

Was meinen Sie, welche Bedeutung hat eine freundliche Sprache in E-Mails und Foren für Eltern? Wie viele Eltern vereinbaren Regeln bezüglich freundlicher Sprache im Internet?

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