Deutschförderklassen ab nächstem Schuljahr

© APA (Punz)
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Wer keine ausreichenden Deutschkenntnisse hat und somit dem Regelunterricht nicht folgen kann, muss oder darf ab nächstem Schuljahr in eine Deutschförderklasse. Das kündigte Bildungsminister Heinz Faßmann gestern an. Die Finanzierung dürfte stehen, genaue Zahlen wollte Faßmann aber nicht nennen.

Das Konzept von Heinz Faßmann sieht vor, dass in der Volksschule 15 Stunden und der AHS/NMS 20 Stunden pro Woche Deutsch gelernt wird. Betroffen sind Schülerinnen und Schüler, die bei der Schuleinschreibung Deutschmängel aufweisen. Festgestellt soll dies mit Hilfe eines standardisierten Testes werden. Die verbleibenden Stunden werden in der Regelklasse verbracht, in Fächern, in denen Deutsch nicht unbedingt erforderlich ist, wie zB. Turnen, Zeichnen oder Musik.

Nach jedem Semester werden die Deutschkenntnisse überprüft - wird die Prüfung bestanden, fällt der Förderunterricht weg und der Schüler wechselt zur Gänze in seine Regelklasse.

Vorwurf der Ghettoklassen

Kritiker sprechen von Ghettoklassen - Integration funktioniere nur im Klassenverband. Diesen Vorwurf lässt der Bildungsminister nicht gelten. Er sieht die Sprachkenntnisse als zwingende Voraussetzung für Integration und es werden auch genug Stunden in der Regelklasse verbracht und es gebe auch noch Pausen. Integrationssprecherin der Liste Pilz, Alma Zadic, warnt vor "sozialer Ausgrenzung" der Förderschüler. NEOS Klubobmann Matthias Strolz äußert sich grundsätzlich positiv, wenn der Leitgedanke Hilfestellung für rasche Integration ist und nicht ein Ausschluss der Schülerinnen und Schüler. Für die Grünen bedeuten die Deutschklassen "Trennung statt Integration". 

300 zusätzliche Lehrkräfte 

Im Unterrichtsministerium geht man von 300 zusätzlichen Lehrkräften aus. Eine Kostenschätzung wollte man zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abgeben. Es sei aber mit dem Finanzminister abgesprochen und es werde sich ausgehen. Über den frühen Zeitpunkt, nämlich ab dem nächsten Schuljahr, gibt es aus den Schulen bedenken, auf Grund der kurzen Vorlaufzeit. Faßmann wolle aber mit dieser dringenden Maßnahme nicht warten.

Das Konzept im Detail

Bildungs-Landesrätin Christine Haberlander steht hinter dem Konzept

 „Um am Unterricht teilhaben zu können, ist zuallererst das Beherrschen der deutschen Sprache unumgänglich. Durch die gezielte Förderung in den Deutschklassen soll den Schülerinnen und Schülern rasch ermöglicht werden, am Regelunterricht teilzunehmen. Besonders zu begrüßen ist, dass die Vermittlung der Sprachkenntnisse nicht alleine im Deutschunterricht erfolgt, sondern die Schülerinnen und Schüler im Klassenverband weiterhin an Fächern wie Zeichnen, Musik oder Turnen teilnehmen. So erfolgt die Vermittlung der deutschen Sprache durch alltägliche Situationen und gleichzeitig werden soziale Kontakte geknüpft – ein wichtiger Schritt für eine gelungene Integration“, so Haberlander.

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Quelle: APA/BMBWF

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