Digitale Grundbildung ab Herbst in AHS und NMS

© Thinkstock/iStock/Wavebreakmedia
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Ab kommendem Schuljahr steht die neue Verbindliche Übung "Digitale Grundbildung" im Lehrplan der AHS-Unterstufe und der Neuen Mittelschule.

Der Nationalrat hat mit dem Bildungsreformgesetz 2017 die Einführung dieser Verbindlichen Übung beschlossen. Mit dem neuen Fach sollen Kinder und Jugendliche mit den erforderlichen Kompetenzen ausgestattet und auf ein Leben in einer zunehmend digitalen Welt vorbereitet werden.

Link zum entsprechenden Bundesgesetzblatt der Verordnung

Die inhaltliche Ausrichtung der Verbindlichen Übung:

    • Gesellschaftliche Aspekte von Medienwandel und Digitalisierung
    • Informations-, Daten- und Medienkompetenz
    • Betriebssysteme und Standard-Anwendungen
    • Mediengestaltung
    • Digitale Kommunikation und Social Media
    • Sicherheit
    • Technische Problemlösung
    • Computational Thinking

    Umsetzung am Schulstandort

    "Digitale Grundbildung" soll innerhalb der Sekundarstufe I im Ausmaß von insgesamt 2-4 Wochenstunden (entspricht 64 bis 128 Unterrichtseinheiten) verankert werden. Die konkrete Ausgestaltung, wie z.B. die Form des Unterrichts (eigener Gegenstand, integrativ im Fachunterricht oder Mischform) oder der zeitliche Umfang und die Schulstufen, in denen das Fach unterrichtet wird, kann von den Schulen frei gewählt werden. 

    Mögliche Umsetzungsmodelle für die stufenweise Einführung am Schulstandort

    In den Volksschulen werden digitale Kompetenzen im Lehrplan verankert. Dabei stehen der reflektierte Umgang mit dem Internet, ein spielerischer Zugang zu Technik und Problemösung sowie Medienbildung im Vordergrund. An den Pädagogischen Hochschulen wurden in allen Bundesländern sowie an 100 Grundschulen "Education Innovation Studios" eingerichtet. Darin werden Coding und Robotik auf spielerische Art und Weise erlernt.

    Unterstützung für Lehrende

    Lehrende können ihren Fortbildungsbedarf durch eine digitale Kompetenzmessung (digi.check) ermitteln und gezielt Fortbildungsmaßnahmen besuchen. Das Angebot  aller relevanten Lehrveranstaltungen der Pädagogischen Hochschulen findet sich unter www.virtuelle-ph.at/digifolio.
    Schulinterne oder schulübergreifende Seminare für die Vermittlung digitaler Kompetenzen können über das Schulentwicklungsnetzwerk eEducation Austria abgerufen werden. Auf der digi.komp-Plattform stehen Unterrichtsbeispiele für einen fächerübergreifenden Unterricht kostenlos zur Verfügung.

    Weiterführende Informationen zur Einführung der "Digitalen Grundbildung"

    Martin Bauer: Umsetzung der digitalen Grundbildung im Unterricht


    Mit der verbindlichen Übung "Digitale Grundbildung" sollen ab dem Schuljahr 2018/19 Schülerinnen und Schüler die Nutzung von digitalen Medien besser reflektieren können und einen sinnvolleren und verantwortungsbewussteren Umgang mit Tablet, Smartphone und Co an den Tag legen. Ziel ist es, dass alle Jugendlichen in Zeiten von Fake News, Internetfallen oder Datendiebstahl so viel Medienkompetenz aufweisen, um diese Entwicklungen zu erkennen und angemessen darauf reagieren.

    "Eltern alleine sind überfordert, man darf es den Eltern nicht alleine überlassen. Ich glaube, es ist hier wichtig, dass die Schule dem Bildungsauftrag gerecht wird und gemeinsam mit den Eltern, mit den Erziehungsberechtigten hier dieses Thema aktiv bearbeitet beginnend mit der Volksschule", betont Martin Bauer und bekräftigt, dass die Vermittlung von Medienkompetenz eine gemeinsame Aufgabe darstellt.

    Martin Bauer, MSc leitet die Abteilung II/8 für IT-Didaktik und digitale Medien im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung und ist u. a. verantwortlich für die Umsetzung aller pädagogischen Initiativen zur Vermittlung von digitalen Kompetenzen an Schülerinnen und Schülern und Lehrpersonen.