Frauen im Beruf: Nicht bescheiden sein wie ein Veilchen

Geballte Frauenpower im Schlossmuseum ©Land OÖ/Scheiblhofer
Geballte Frauenpower im Schlossmuseum ©Land OÖ/Scheiblhofer

Falsche Bescheidenheit, fehlende Kinderbetreuungsplätze und zu viele Tätigkeiten in nicht entlohnten Bereichen machen es Frauen (mit Kindern)oft schwer, eine Vollzeitstelle bzw. eine faire Entlohnung zu erhalten. Das Ergebnis offenbart sich oft erst so richtig in der Pension.

Frauen und Beruf: Auffallen, weniger Bescheidenheit & selbst aktiv werden


Frauen unterbrechen ihren Kindern zuliebe ihre Berufstätigkeit, sind oft teilzeitbeschäftigt und arbeiten öfter in Bereichen mit schlechterer Entlohnung. Wie man dies ändern kann, wurde beim Frauenforum im Linzer Schlossmuseum am 7.3.2017 diskutiert.

OÖ Frauenlandesrätin Birgit Gerstorfer sieht den Schlüssel zu einer Verbesserung beim "Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung", denn so haben Frauen die Sicherheit, dass ihre Kinder garantiert betreut werden. Im Zuge der Digitalisierung seien laut der Soziologin Ellen von den Driesch auch Firmen gefordert, sich in Bezug auf Home Office zu öffnen und flexibler zu werden. Aber auch Frauen selbst können ihre Position im Arbeitsleben verbessern. Die Buchautorin und Verhandlungstrainerin rät Frauen zu weniger Bescheidenheit und bei Lohnforderungen selbst aktiv zu werden und nicht zu warten, bis irgendwann einmal die Chefin oder der Chef auf einen zukommt.

Nachdenklich stimmt die Prognose einer Studie vom Weltwirtschaftsforum, die Birgit Gerstorfer in ihrer Eröffnung präsentierte: Treibt Österreich die Geschlechtergerechtigkeit im aktuellen Tempo voran, dann wird diese in 150 - 170 Jahren erreicht ...

Dr. Ingeborg Rauchberger: Mehr Gehalt, weniger Bescheidenheit


"Warum verdienen wir meist nicht das, was wir wert sind!" - so der Titel des Vortrags von Buchautorin und Verhandlungstrainerin Dr. Ingeborg Rauchberger. Frauen sind durchaus mitschuldig, aber als wichtigere Faktoren nennt sie die aktuellen politischen Rahmenbedingungen, Teilzeit & Karenz sowie auch die Einstellung mancher Männer.

Rauchberger greift das durchaus ernste Thema mit viel Humor an und rät den Teilnehmerinnen, ihre falsche Bescheidenheit abzulegen, gute Arbeit zu leisten und auf diese auch aufmerksam zu machen sowie in Sachen Gehaltsverhandlungen selbst aktiv zu werden. Denn wenn ein Chef oder eine Chefin wegen einer Gehaltserhöhung komme, dann sei sie sicher weniger, als gewünscht.

Ellen von den Driesch: Der Geschlechterunterschied zeigt sich in der Pension


Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, in schlechter bezahlten Berufen und haben längere und häufigere unfreiwillige Erwerbsunterbrechungen als Männer. Das bedeutet: schlechtere Aufstiegschancen, weniger Erwerbsjahre, ein geringeres Einkommen und in letzter Konsequenz eine geringere Pension.

Die Soziologin Ellen von den Driesch zeigt in ihrem Vortrag die Beschäftigungsentwicklung sowie Teilzeitquoten auf und schildert die Auswirkungen auf die spätere Pension.

Die Veranstaltung war eine Initiative von Frauenlandesrätin Birgit Gerstorfer und dem Frauenreferat des Landes OÖ.

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