Warum die Hochschulforschung von großer Bedeutung ist

Anfang Dezember fand am IHS Wien die erste Konferenz des Netzwerks Hochschulforschung statt. Ziel war es, einen Überblick über die Forschungslandschaft zu geben, den Ist-Stand zu erheben und die künftigen Herausforderungen zu diskutieren.

Die Zukunft der Hochschulen


"Quo Vadis Hochschule" - so der Titel der ersten Konferenz des Netzwerks Hochschulforschung Österreich. Ziel war es, einen Überblick über die heimische Forschungslandschaft zu geben, die Mitglieder zu vernetzen und einen Ausblick auf die künftigen Herausforderungen zu geben. Trotzdem die Hochschulen grundsätzlich in Konkurrenz stehen, ist es für die Forschungslandschaft in Österreich wichtig, dass sich die Instutionen vernetzen und austauschen. Bei der Konferenz haben wir die drei Keynotes von Dr. Hans Vossensteyn (Funding and Governance of Higher Education in Europe), Dr. Hans Pechar (Zur Situation der österreichischen Hochschulfroschung - Entwicklung, Status quo und Zukunftsperspektiven) und Dr. Sigrun Nickel (Karrierewege zur Professur in Deutschland und Österreich - Erkenntnisse und offene Fragen) in voller Länge aufgezeichnet.

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Hans Vossensteyn: Funding and Governance of Higher Education in Europe


Dr. Hans Vossensteyn ist Bildungsforscher und Leiter des CHEPS – the Center for Higher Education Policy Studies. Im Vortrag gibt er Einblicke in die Führung und Finanzierung von Hochschulen, erläutert die aktuelle Situation in Europa und zeigt die großen Herausforderungen für die Zukunft auf. Große Einflussfaktoren sind zum Beispiel der Wettbewerb unter den Hochschulen, die Art der Finanzierung, Globalisierung, technologische Entwicklungen oder die politischen Rahmenbedingungen. Der Vortrag beginnt in deutscher Sprache, Hans Vossensteyn wechselt dann aber ins Englische.

Hans Pechar: Österreichische Hochschulforschung - Entwicklung, Status quo & Zukunftsperspektiven


Der Bildungsforscher Dr. Hans Pechar geht in seinem Vortrag auf die österreichische Hochschulforschung ein. Die Anfänge der sozialwissenschaftlich orientierten Hochschulforschung sieht Pechar in den späten 1960er-Jahren, die Universitäten ignorierten diesen Forschungszweig aber weitestgehend. In den 1990er Jahren nahm die staatliche Hochschulpolitik ihre Planungs- und Gestaltungsansprüche zurück und die Eigenverantwortung der Universitäten wurde gestärkt. Vor allem durch den Aufbau des Fachhochschulsektors (1993) wurde viel Begleitforschung betrieben. Aktuell kritisiert Pechar den Mangel an einer "von Neugier angetriebenen Grundlagenforschung und eines Doktoratsstudiums". Beides sei aus seiner Sicht jedoch wichtig, "um langfristig die Vitalität und Qualität auch einer stärker praxisorientierten Forschung zu erhalten". Als größte Herausforderung für die Zukunft betrachtet er die Studienplatzfinanzierung bzw. den offenen Hochschulzugang.

Sigrun Nickel: Karrierewege zur Professur in Österreich und Deutschland


Dr. Sigrun Nickel vom Centrum für Hochschulentwicklung spricht in ihrem Vortrag über die Karrierewege zur Professur in Österreich und Deutschland. In Deutschland gibt es derzeit fünf Wege: Juniorprofessur, Nachwuchsgruppenleitung (NGL), klassische Habilitation, Promotion plus Berufspraxis und die Tenure-Track-Professur (neu). Die Wahl des Weges ist durchaus von mehreren Faktoren abhängig: Beispielsweise ist die Promotion + Berufspraxis nahezu vollständig an Fachhochschulen zu finden, die NGL zieht vor allem Akademikerkinder an und die Juniorprofessur ist für Frauen besonders interessant.

Das nächste Netzwerktreffen findet am 15. Mai 2018 an der FH OÖ Campus Linz statt. Alle Infos zum Netzwerk Hochschulforschung Österreich finden Sie auf der Homepage!

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