NMS-Entwicklungsbegleitung endet

10 Jahre begleitete das Team des ZLS Neue Mittelschulen bei ihrem Übertritt von Hauptschule zur NMS. Mehr als 1.000 Schulstandorte waren von der Umstellung betroffen und machten sich auf einen doch manchmal sehr steinigen Weg.

Im Sommer 2018 trafen sich zum letzen mal rund 400 Pädagoginnen und Pädagogen in St. Johann im Pongau zum NMS-Symposium mit den Schwerpunkten Schulautonomie und wie Innovationen ins System kommen. Keynote-Speaker waren Dr. Agnieszka Czejkowska von der Uni Graz und Dr. Stefan Zehetmeier von der Uni Klagenfurt. Czejkowska sprach über gelingende Schulautonomie und Zehetmeier über Innovationen im Schulsystem und die Notwendigkeit einer veränderten Fehlerkultur.

"Wenn Autonomie, dann muss diese gut ausgehandelt werden", so Agnieszka Czejkowska. "Das bedeutet, es muss klar sein, wo die Schulautonomie beginnt, und wo sie endet." Der Rektor der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich, DDr. Erwin Rauscher, sieht die Schulautonomie als wichtigen Punkt in der Lehrkräfteausbildung und betont, dass Schulautonomie etwas ist "das ich leben muss, im Rahmen des schulischen Klimas oder in der Entwicklung des Schulprofils".

Die Veranstaltung stellte den Endpunkt der NMS-Entwicklungsbegleitung dar, denn nun sind alle Hauptschulen erfolgreich in Neue Mittelschulen übergeführt worden. 10 Jahre lang begleiteten und gestalteten Tanja Westfall-Greiter und Christoph Hofbauer und deren Team vom Zentrum für lernende Schulen (ZLS) diesen Prozess. "Die Auflösung der Leistungsgruppen war sicher das zentrale Thema und damit viele Veränderungsanforderungen an Lehrer und Lehrerinnen im Bezug auf die Leistung, im Bezug auf die Unterrichtsgestaltung. Das war sicher etwas, das uns mit vielen Diskussionen begleitet hat", so Christoph Hofbauer.

Dr. Agnieszka Czejkowska, Institut für Pädagogische Professionalisierung, Karl-Franzens-Universität Graz, spricht in ihrem Vortrag über zwei große Punkte in der Schulpolitik: Autonomie und Chancengleichheit. Wie autonom sollen Schulen sein? Was bringt Autonomie und wo hilft sie und wo kann sie schaden? Wie sollte man umgehen mit ihr, was sollte man tun?

 ""Was tun?" heißt für mich tatsächlich sich autonom zu begreifen, im Sinne von, wenn man ihnen (den Schulen - Anm. der Redaktion) schon das Recht und diese Kompetenz zuspricht, diese auch tatsächlich zu nützen und selbstbewusst zu vertreten", rät Czejkowska.

Absolute Chancengleichheit sieht sie als utopisch, "denn eine wettbewerbsorientierte Gesellschaft ist per se nicht an Gleichheit von Zugangs- und Lebenschancen  interessiert."

Es gibt Menschen die lieben sie, es gibt Menschen, die fürchten sie - die Rede ist von Innovationen. Denn Innovationen bedeuten Veränderungen - nicht immer nur positive. Wie können Innovationen in der Schule umgesetzt werden? Was sind die wichtigsten Faktoren, dass sich Neuerungen langfristig etablieren und welche Menschen sind dafür verantwortlich, dass nicht alles beim Alten bleibt?

Diese und weitere Fragen versucht Dr. Stefan Zehetmeier vom Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung an der Uni Klagenfurt in seinem Vortrag zu klären und geht zudem noch auf die Notwendigkeit einer neuen Fehlerkultur ein.

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