3D-Drucker

Bild: "re:3D"
Bild: "re:3D"

Für manche sind sie die nächste industrielle Revolution. Für andere wiederum sind sie nur eine Spielerei für Nerds. Die Wahrheit liegt schlussendlich wohl wieder irgendwo dazwischen - interessante Anwendungsgebiete gibt es für 3D-Drucker aber auf jeden Fall.

Ihren Anfang hatten 3D-Drucker bei der Herstellung von Prototypen. Gegenüber gängigen Verfahren (wie zum Beispiel dem Spritzguss) hatte man den Vorteil, dass man nicht für jeden Prototyp-Entwurf eine teure Gussform produzieren musste. Stattdessen verwendet man Kunststoffe oder Polymere, die mittels Düsen in sehr dünnen Schichten aufgetragen werden und so nach und nach die gewünschte Form annehmen.

Dadurch, dass sich immer mehr Unternehmen, Universitäten und Privatpersonen mit dem Thema beschäftigen, ist in den letzten Jahren ein massiver Innovationsschub im Bereich 3D-Druck erkennbar. Mittlerweile werden nicht nur statische Modelle oder Prototypen gedruckt. Auf diesem Video sieht man, dass man sogar eine funktionsfähige Querflöte drucken kann.
Enthusiasten sehen eben darin die nächste industrielle Revolution. Güter werden nicht mehr von den Unternehmen produziert. Die kümmern sich nur mehr um die Entwicklung und das Testen. Der Endverbraucher kauft sich nur mehr das 3D-Modell und druckt es zu Hause selber aus. In dieser Vision würden weltweit Milliarden von Transportwegen obsolet!

Wo Licht, da Schatten

Es gibt aber natürlich auch Gegenargumente, die die Euphorie über den 3D-Druck deutlich schmälern. Zum einen gibt es Bedenken, dass die Produktion beim Endverbraucher deutlich höhere Prozess- und Materialkosten verursacht, als in der Massenproduktion. Ein weiteres Problem taucht aktuell in den USA auf: Waffenkomponenten aus dem 3D-Drucker. Die striktesten Gesetzgebungen im Waffenbereich laufen ins Leere, wenn man sich schwer zu beschaffende Waffenteile oder Magazine mit riesigem Fassungsvermögen selbst drucken kann! Eine komplette Waffe aus dem 3D-Drucker ist aktuell aber noch nicht so leicht zu produzieren. Mit den gängigen Materialien würde sie beim Abfeuern schmelzen oder explodieren.

Druckvolumen

Ein weiteres Problem der aktuell am Markt verfügbaren 3D-Drucker für den Heimbereich war/ist das begrenzte Druckvolumen. Die gefertigten Stücke waren meist nur 15 oder auch mal 20 Zentimeter groß. Aber auch hier geht die Entwicklung stetig voran. Das Unternehmen re:3D bietet aktuell einen Drucker an, der Objekte bis 60x60x60 Zentimeter drucken kann. Damit sind dann auch schon komplette Vasen (wie am Bild oben) möglich.

Preis

Je nachdem, was man damit machen will, muss man gar nicht so tief in die Tasche greifen, um einen 3D-Drucker zu bekommen. Kommerzielle Systeme kriegt man sogar schon unter 1.000 Euro. Wenn man bereit ist, etwas zu basteln, kann man sich im Internet auch Bauanleitungen herunterladen. Die Komponenten für so einen Eigenbaudrucker gibt es dann im Idealfall auch schon mal um 400 Euro.