"Rush-Hour des Lebens": Teil 2 der Familien- und Wertestudie

(c) Thinkstock/iStock
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Nachdem der erste Teil der österreichischen Familien- und Wertestudie 2014 ein überraschendes Comeback der Familie feststellte, befasst sich der zweite Teil mit familiären Herausforderungen und den Lebensbereichen, mit denen Familien in Österreich zu kämpfen haben.

Eine flexiblere Arbeitswelt, neue Formen des Zusammenlebens sowie ein höherer Anspruch auf Kindererziehung haben große Auswirkungen auf die österreichischen Familien. So bekommt eine Oberösterreicherin des Jahres 2013 um fünf Jahre später ihr erstes Kind als noch 1984. Auch der Bund fürs Leben wird fast um 10 Jahre später geschlossen.

Rush-Hour des Lebens

Heiraten, Kinder kriegen, sich im Job etablieren - all das sollen Männer und Frauen zwischen 30 und 40 schaffen. Experten sprechen hier von der sogenannten "Rush-Hour des Lebens", in der die Familiengründung und das Familienleben organisiert werden sollen. „Günstiges Wohnen, der Arbeitsplatz bzw. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zählen daher zu den großen Herausforderungen der österreichischen Familie“, fasst Familienreferent LH-Stv. Franz Hiesl die Studienergebnisse zusammen.

Herausforderungen für Familien

Am häufigsten haben Familien mit Kindern mit finanziellen Problemen zu kämpfen (25%). Aber auch Zeitmangel (15%), Kinderbetreuung (12%) sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (11%) stellen oftmals eine Herausforderung dar. Besonders die Lebensbereiche Arbeit und Wohnen stellen viele Familien oft vor ein Problem. Zum einen ist es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (53%) und zum anderen eine günstige Wohnung für Familien mit Kindern zu finden.

Familie stärkt Stellenwert im persönlichen Leben

Im ÖVA-Werteranking des IMAS Institus rangieren Familie, Partnerschaft und Kinder an erster Stelle: Diese Aspekte nehmen für rund zwei Drittel der Bevölkerung eine sehr große Bedeutung im eigenen Leben ein. Erst danach folgen beispielsweise Werte wie Sicherheit, Gerechtigkeit und Freundschaft.

Eine eigene Familie selbst stärkt den Stellenwert im persönlichen Leben: Personen mit Kindern unter 15 Jahren messen Familie, Partnerschaft und Kinder überdurchschnittlich große Bedeutung bei; Personen mit Kindern unter 6 Jahren tun dies sogar noch stärker. Dabei nimmt der Aspekt der Familie, Partnerschaft und Kinder einen Stellenwert ein, der sich noch einmal deutlich von anderen Werten im Leben abhebt.
Auch Personen im Alter von 30 bis 39 Jahren sind besonders alert in Bezug auf Familie, Partnerschaft und Kinder. Hingegen ist das Bewusstsein jüngerer Personen unter 30 Jahren dahingehend noch unterdurchschnittlich.