Texte verfassen größtes Problem

Bildquelle: bifie
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Standardüberprüfung: Rund 75.000 Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen aus etwa 3.000 Volksschulen wurden im Mai 2015 im Fach Deutsch getestet. Überprüft wurden Leseverständnis, Rechtschreiben, Hörverstehen, Verfassen von Texten und Sprachbetrachtung. Wir fassen für Sie die Ergebnisse zusammen.

  • Leseverständnis: Knapp über die Hälfte, also genau genommen 56 % der Schüler, verfügt über ein sicheres Leseverständnis. 6 % übertreffen die Vorgaben der Testung. 25 % erreichen die Standards teilweise. 13 % der getesteten Schüler erreichen die Standards nicht, das heißt, sie verstehen kaum einfache Texte und können keine ausreichenden Schlüsse daraus ziehen. Verbesserung seit 2010: 23 Punkte (von 500 auf 523)

  • Textproduktion: Überprüft wurden vier Dimensionen: Inhalt, Aufbau, sprachliche Angemessenheit und sprachliche Richtigkeit. 21 % der Schüler haben die Bildungsstandards erreicht oder sogar übertroffen. 14 % erreichten die Standards in drei der vier Dimensionen, 11 % in nur zwei Dimensionen. Knapp ein Drittel (30 %) der Kinder erreicht die Bildungsstandards in der Textproduktion nur teilweise. Genau ein Viertel der Kinder erreicht keinen der vier geforderten Bereiche. Mädchen schneiden hier insgesamt um 25 Punkte besser ab als die Burschen. Fazit: Bei der Textproduktion erzielten die Schüler das schwächste Ergebnis aller getesteten Bereiche.

  • Rechtschreiben: Überprüft wurden normgerechtes Schreiben sowie Rechtschreibstrategien und Arbeitstechniken. Die durchschnittliche Leistung in Rechtschreiben hat sich in den letzten fünf Jahren nicht verändert. Der Österreich-Schnitt liegt nun bei 504 Punkten. Im Vergleich zur Ausgangsmessung im Jahr 2010 sind die Leistungen in Rechtschreiben bei der Überprüfung 2015 etwas heterogener ausgefallen. Das bedeutet, dass die schwächsten Kinder im Jahr 2015 weiter hinter ihren Mitschülern zurückliegen als 2010 und sich der Vorsprung der besten Schüler vergrößert hat.
     
  • Sprachbetrachtung: Anforderungen: Einsicht in die Funktion der Sprache, ihren struktureller Aufbau und Untersuchen von Sprache. Etwas mehr als zwei Drittel (68 %) erreichen die laut Bildungsstandards in Sprachbetrachtung erforderlichen Lernziele. 7 % der Schüler übertreffen die Anforderungen. 13 % der Schüler erreichen die Bildungsstandards in diesem Bereich teilweise und 12  % erreichen sie nicht. Veränderung seit 2010: Verbesserung von 500 auf 524 Punkte.
     
  • Hören: Das altersangemessene monologische wie dialogische Verstehen und Beurteilen von Hörtexten sowie das Herausfiltern der wichtigsten Detailinformationen. 60 % der Schüler erreichen und 3 % übertreffen in Hören die in den Regelstandards beschriebenen Kompetenzen. Ein Viertel erreicht die Bildungsstandards teilweise. Etwa jedes 10. Kind (11 %) erreicht die Bildungsstandards in diesem Bereich nicht und hat enorme Schwierigkeiten bei der Rezeption der gesprochenen deutschen Sprache. Das Hörverstehen wurde erstmals überprüft.
     
  • Gesamtergebnis:
    • 29 % der Schülerinnen und Schüler erreichen die Bildungsstandards in allen Bereichen. bzw. übertreffen sie.
    • 25 % erreichen die Bildungsstandards großteils.
    • 14 % erreichen die Bildungsstandards in allen Bereichen zumindest teilweise.
    • 17 % schafften die Überprüfung überwiegend teilweise.
    • 15 % der Kinder schafften die Lernziele in Deutsch in der 4. Schulstufe nicht. Das sind österreichweit rund 11.700 Kinder, die mit erheblichen Problemen in der Sekundarstufe I rechnen müssen.
     
  • Die Mädchen schneiden im Fach Deutsch insgesamt etwas besser ab als die Buben, vor allem in der schriftlichen Sprache wird der Unterschied deutlich größer (bis zu 33 Punkte Vorteil für Mädchen in Rechtschreiben).
     
  • Schüler mit Migrationshintergrund weisen im Schnitt niedrigere Kompetenzen auf als Kinder ohne Migrationshintergrund. Die Mittelwertdifferenzen liegen zwischen 39 Punkten beim Rechtschreiben und 77 Punkten beim Hörverstehen.
     
  • Es gibt in allen Kompetenzbereichen einen starken Zusammenhang zwischen dem Bildungsabschluss der Eltern und den Leistungen ihrer 10-jährigen Kinder. Am stärksten kommt dieser beim Lesen zum Ausdruck.
     
  • Die Ergebnisse der 9 Bundesländer fallen relativ ähnlich aus. Im Schnitt erreichen die Schüler aus dem Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg die meisten Punkte, während Wien und Vorarlberg unter dem Österreich-Schnitt liegen. Die Ergebnisse der Bundesländer weichen aber insgesamt nur maximal um 14 Punkte nach oben bzw. 12 Punkte nach unten vom Österreich-Schnitt ab.

Quelle: Bifie
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