Einigung in der Bildungsreform

Foto: APA/HANS PUNZ
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Die Bildungsreform soll pädagogischen Freiheit, Verwaltungstransparenz sowie Modellregionen der gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen bringen und der Verwaltungsaufwand verringert werden. Hammerschmied möchte mit diesem Paket das Schulsystem fit für das 21. Jahrhundert machen.

"Ich freue mich sehr, dass wir heute einen Durchbruch für die Freiheit unserer Kinder, für ein modernes Schulsystem verkünden können", erklärte Bildungsministerin Sonja Hammerschmid anlässlich des erfolgreichen Abschlusses der Verhandlungen zur Bildungsreform mit Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP) und dem Grünen-Bildungssprecher Harald Walser.

Das soll sich ändern - die wichtigsten Reformpunkte

Flexible Gruppenbildungen bei gleichzeitig verfassungsrechtlich verankerter Klassenschülerhöchstzahl

Ein wichtiger Eckpunkt der Reform sind Freiräume für innovative Unterrichtsgestaltungen. Diese werden unter anderem in Form von flexiblen Gruppenbildungen und Unterrichtsformen Realität werden. Zudem können die Dauer von Unterrichtseinheiten und Öffnungszeiten von Schulen flexibler gestaltet werden.
Der Klassenverbund an sich bleibt erhalten und auch die Klassenschülerhöchstzahl wird verfassungsrechtlich verankert.

Neuerungen in der Schulverwaltung

Auch in der Schulverwaltung gibt es einige Reformen. So wird die Schulleitung in Zukunft nach österreichweit standardisierten Verfahren ausgewählt. Externe Experten führen dafür die Begutachtung durch. Erstmals wird in den Bundesländern ein Bildungscontrolling eingeführt, in das der Bund Einsicht nehmen kann. Die Verrechnung des Lehrpersonals erfolgt einheitlich über das Bundesrechenzentrum. Weiters wird die Auswahl von neuen Lehrkräften  künftig an den Schulen stattfinden.

Sicherung der Kleinstschulen

Die Reform ermöglicht weiters, dass sich zwei bis maximal acht Schulen zu einem Schulcluster zusammenschließen können, wobei an jedem Standort eine Ansprechperson erhalten bleibt. Diese Zusammenschlüsse ermöglichen ein besseres Bildungsangebot durch stärkere regionale Zusammenarbeit und ein Ende des fachfremden Unterrichts, weil Lehrkräfte gezielt im Cluster eingesetzt werden, um ihre Fächer zu unterrichten. Die Cluster stellen darüber hinaus sicher, dass in Regionen mit sinkenden Schülerzahlen Kleinstschulen erhalten werden können.

Modellregion für die Gesamtschule

Über die Erprobung der Modellregionen der gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen wurde bis zu letzt verhandelt und vereinbart, dass eine Schule mittels einfacher Mehrheit der Erziehungsberechtigten und der Lehrerkräfte zur gemeinsamen Schule werden kann - aber nur unter gewissen Bedingungen: Zwei Drittel aller Lehrer müssen bei der Beschlussfassung anwesend sein und bei einer weiteren Abstimmung muss ein Drittel aller Eltern zustimmen. Nicht mehr als 15 % aller Schüler der 5. bis 8.Schulstufe und höchstens 15% aller Schulen können zur gemeinsamen Schule werden. Pro Bundesland dürfen nicht mehr als 5.000 Schüler von als Gymnasien geführten Unterstufen einbezogen werden.

Bundesministerium für Bildung

OÖ Bildungslandesrätin zur Reform

Bildungs-Landesrätin Mag. Christine Haberlander begrüßt die Einigung zur Bildungsreform grundsätzlich. „Jede Entscheidung, die überparteilich getroffen wird und dabei dem Wohl der Schülerinnen und Schüler dient, halte ich grundsätzlich für gut“, so Haberlander.

Allerdings müsse man sich nun in einem weiteren Schritt anschauen, welche  Maßnahmen in welchem Zeitraum ergriffen werden müssen und wie diese in Oberösterreich bestmöglich umgesetzt werden können. Dazu sei es nötig, mit allen Betroffenen zu reden. „Der Dialog mit Lehreinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern wird in den kommenden Wochen und Monaten ein wichtiges Instrument sein. Wichtig ist, was die Schule von heute für die Bildung von morgen braucht. Darüber müssen wir nun in Oberösterreich reden“, so Haberlander.

Quelle: APA/Science / Aussendungen

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