Das ändert sich im neuen Schuljahr für Lehrkräfte
Von Suspendierungsbegleitung über Kopftuchverbot bis Deutschförderung: Das Schuljahr 2026/27 bringt einige Neuerungen für die Schulen. Rund 22.000 Lehrkräfte und 202.000 Schülerinnen und Schüler starten in Oberösterreich wieder in den Unterricht.
15.000 Kinder starten in der ersten Klasse
Am 14. September 2026 beginnt an den knapp 1.000 Schulen in Oberösterreich das neue Schuljahr. Für 15.047 Kinder ist das zugleich der Start in ihre Schullaufbahn. Die Zahl der Schulanfängerinnen und -anfänger ist damit im Vergleich zum Vorjahr stabil, die meisten gibt es in den Bezirken Linz-Stadt (1.833), Linz-Land (1.516) und Vöcklabruck (1.384). Bei der Anzahl der Schülerinnen und Schüler gibt es mit knapp 202.000 kaum Veränderungen zum Vorjahr, nur Verschiebungen in einzelnen Schultypen. So geht die Zahl der Jugendlichen in der Lehre und den damit verbundenen Schulen zurück (Polytechnischen Schulen minus 4,26 Prozent auf 2.703, Berufsschulen minus 3,64 Prozent auf 23.317). Am stärksten ist das Wachstum in den Bildungsanstalten für Elementarpädagogik (BAfEP) mit 8,92 Prozent auf 2.137 und in den Humanberuflichen Schulen um 6,06 Prozent auf 9.105.
Suspendierungsbegleitung und Kopftuchverbot
Das neue Schuljahr bringt einige Neuerungen auf Bundesebene:
- Chancenbonus: 400 Schulen in ganz Österreich erhalten zusätzliches Personal, davon 59 aus Oberösterreich.
- Deutschförderung: Schulen entscheiden autonom, welche Modelle sie wählen - etwa die Hälfte nutzt ab Herbst schulautonome Modelle zum Deutschlernen im Klassenverband. Im vergangenen Schuljahr gab es in Oberösterreich 139 Deutschförderklassen und 390 Deutschförderkurse.
- Verpflichtende Suspendierungsbegleitung: Eine pädagogische und psychosoziale Betreuung von suspendierten Schülerinnen und Schülern soll die Wiedereingliederung erleichtern. Im Juni hat dazu schon ein Pilotprojekt stattgefunden, um erste Erfahrungen zu sammeln.
- Kopftuchverbot: Mädchen unter 14 Jahren dürfen keine Kopfbedeckungen, die “das Haupt nach islamischen Traditionen verhüllen”, mehr tragen. Bei Verstößen sind zuerst Gespräche mit der Schulleitung, später der Bildungsdirektion und in letzter Konsequenz Geldstrafen zwischen 150 und 800 Euro möglich.
Fast alle Stellen besetzt
Bei den offenen Stellen für Lehrkräfte zeichnet sich eine Entspannung ab: An der Oberstufe sind die offenen Stellen “komplett besetzt”, sagt Bildungsdirektor Alfred Klampfer. In den Pflichtschulen waren bei der Ausschreibung Ende August nur 0,8 Prozent der Stellen offen. Die Bewerbungen und Zuteilungen laufen derzeit noch. Man habe damit nach Jahren des Lehrkräftemangels nun wieder “fast Normalbetrieb”.
Investiert wird auch in den Schulbau: Aktuell befinden sich in Oberösterreich 176 Schulbauprojekte mit einem Investitionsvolumen von 647 Millionen Euro im Finanzierungsprogramm - das bedeute auch eine Investition in die regionale Wirtschaft, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander. Zusätzlich sind 127 weitere Schulbauprojekte in Planung bzw. vorgemerkt.
Gebärdensprache und Gesundheitsförderung
Das Körnergymnasium in Linz bietet ab dem neuen Schuljahr Österreichische Gebärdensprache als Wahlpflichtgegenstand bis zur Matura an. An der HLW/HLPS Bad Ischl besteht bereits eine unverbindliche Übung, an der BAfEP Ried startet diese mit dem neuem Schuljahr. Im Schulsport liegt heuer der Schwerpunkt unter dem Motto “Rausgehen Aufdrehen” auf Bewegung und sportliche Aktivität. Zwei Erasmus+ KA2-Kooperationsprojekte fördern den Austausch mit Schulen und Institutionen in anderen Ländern zu Schulabbrüchen und Berufsorientierung.