Girls' Day: Rein in die Werkstatt
Beim Girls’ Day gewährt die Tischlerei Andexlinger im oberen Mühlviertel Einblicke in ihren Arbeitsalltag – und setzt dabei auf Mitmachen statt Zuschauen.
Fünf Schülerinnen probieren sich selbst an verschiedenen Arbeitsschritten aus, bearbeiten Holz und gestalten unter Anleitung eigene Werkstücke wie eine Handtasche oder einen Bilderrahmen.
Neben klassischen Tätigkeiten kommen auch moderne Verfahren zum Einsatz: So übernimmt ein Laser präzise Zuschnitte und zeigt, wie digitalisierte Technik heute Teil des Handwerks ist.
Perspektiven über die Region hinaus
Die Tischlerei Andexlinger zeigt, welche Perspektiven sich daraus ergeben können. Das Unternehmen fertigt Möbel und Innenausstattungen für Kundinnen und Kunden in ganz Europa und verbindet regionale Verankerung mit internationaler Ausrichtung. Gleichzeitig gilt im Betrieb ein klarer Zugang: Aufgaben werden nicht nach Geschlecht verteilt. Entscheidend ist, wer Einsatz zeigt und die Chance nutzt, sich im Arbeitsalltag zu beweisen.
Aktionstag mit klarer Zielsetzung
Der Girls’ Day ist ein international etablierter Aktionstag, der Mädchen neue Zugänge zu technischen und handwerklichen Berufsfeldern eröffnen soll. Ziel ist es, Interessen frühzeitig sichtbar zu machen und gängige Rollenbilder aufzubrechen. In Oberösterreich ist die Initiative breit umgesetzt: 2026 beteiligten sich 153 Betriebe und Institutionen, insgesamt nutzten 973 Schülerinnen aus 95 Schulen die Möglichkeit zur Teilnahme.
Für die Jugendlichen steht das praktische Erleben im Vordergrund. Sie gewinnen ein realistisches Bild davon, welche Tätigkeiten sie erwarten und welche Anforderungen damit verbunden sind. Neben handwerklichen Fähigkeiten spielen dabei auch Eigenschaften wie Sorgfalt, Kreativität und Teamarbeit eine zentrale Rolle.
Auch für Betriebe ist der Aktionstag von Bedeutung. Er bietet die Gelegenheit, frühzeitig mit potenziellen Nachwuchskräften in Kontakt zu kommen und Interesse für eine Lehre zu wecken.