Sicherer Schulstart für mehr als 200.000 Kinder
15.900 Kinder drücken heuer erstmals die Schulbank. Lehrkräfte fehlen zu Schulstart nur in wenigen Regionen. Gemeinsam mit der Polizei sollen Schulen für den Ernstfall üben, ohne den Kindern unnötig Angst zu machen.
Start ins neue Schuljahr
Am 8. September starte mehr als 200.000 Kinder und Jugendliche in Oberösterreich ins Schuljahr 2025/26. Für 15.907 Kinder ist es das erste Mal, dass sie die Schulbank drücken: Vor allem in den Bezirken Linz (2.077), Linz-Land (1.534) und Vöcklabruck (1,452) starten besonders viele Kinder in der ersten Klasse. Insgesamt bleibt die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Oberösterreich stabil, allein in den Polytechnischen und Berufsschulen gibt es einen leichten Rückgang - eine Folge der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung, sagt Bildungsreferentin LH-Stv.in Christine Haberlander.
710 neue Lehrkräfte
Der viel beklagte Lehrkräftemangel scheint sich etwas zu entspannen: Vor dem Sommer gab es in Oberösterreich rund 600 offene Stellen, mit dem neuen Schuljahr starten 403 Lehrkräfte im Pflichtschulbereich und 307 im höheren Schulbereich. Das Schuljahr könne überall regulär starten, allein in den Bezirken Braunau und Wels-Stadt gebe es punktuell noch Bedarf wegen bevorstehender Pensionierungen, so Bildungsdirektor Alfred Klampfer. Die nächsten Ausschreibungen starten noch vor Beginn des neuen Schuljahrs. Von den insgesamt rund 21.000 Lehrkräften an knapp 1.000 Schulen in Oberösterreich sind mittlerweile 300 Quereinsteigerinnen und -einsteiger, die sich bereits gut in den Schulbetrieb einfügen.
Sicherheit ohne Angst
Nach dem Amoklauf in Graz und zahlreichen Bombendrohungen im vergangenen Schuljahr sollen die Schulen heuer gemeinsam mit der Polizei das Thema Sicherheit angehen, ohne den Kindern dabei unnötig Angst zu machen. Dazu sollen die Schulen realitätsnahe Krisenszenarien üben, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein - welches Szenario sie wählen, bleibt den Schulen überlassen. Bildungsminister Christoph Wiederkehr und Innenminister Gerhard Karner haben ein entsprechendes Maßnahmenpaket vorgestellt: Die Schulen sollen ein standardisiertes Bedrohungsmanagement etablieren - inklusive Fallkonferenzen mit Polizei, Jugendhilfe und Schulpsychologie. Sicherheitskonzepte und Notfallpläne an Schulen werden unter Einbindung der Polizei überprüft und weiterentwickelt.
Schulen dürfen keine Festungen sein, sondern müssen offene Orte der Begegnung sein.
Lesen und künstliche Intelligenz
Pädagogisch zeichnen sich zwei scheinbare Gegenpole als Schwerpunkte im neuen Schuljahr ab: So startet das bundesweite Lesegütesiegel “Lesen. Deine Superkraft” in die zweite Runde, mit dem das Lesen quer über alle Schulstufen gefördert wird. Maßgeblich für die Entwicklung diese Gütesiegels war das Fachwissen aus dem Leseprogramm Buch.Zeit, das heuer wieder fortgesetzt wird.
Auf der anderen Seite steht die Künstliche Intelligenz, zum Beispiel in der Begabtenförderung durch Talente OÖ oder bei der Demokratieaktionswoche: Diese stellt heuer die Frage, wie KI unsere Gesellschaft verändert und soll Kinder und Jugendliche sensibilisieren, wie wichtig Journalismus in der Demokratie ist.