Infografiken - Globalisierung und Weltwirtschaft

Gemäß der Aussage Otto Neuraths folgend "Worte trennen, Bilder verbinden" fertigt das Österreichische Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum seit vielen Jahren Infografiken zu gesellschaftlich-wirtschaftlichen Themen an.

Recherchen, die Erstellung der Grafikvorlagen und didaktische Beratung führte Prof. Dr. Christian Fridrich durch. Die vorliegende Ausgabe "Globalisierung und Weltwirtschaft" wurde in Kooperation des Österreichischen Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums zusammen mit der Arbeiterkammer Wien entwickelt.

Die Infografiken richten sich inhaltlich vor allem an

  • die 8. Schulstufe (GW-Lehrplan: Leben in der "Einen Welt" - Globalisierung) und an
  • die 12. Schulstufe (GW-Lehrplan: Chancen und Gefahren der Globalisierung erörtern) des Unterrichtsfaches Geographie und Wirtschaftskunde.

Die Infografiken bieten einen ersten Überblick in eine komplexe Thematik und können als Einstieg und Impuls dienen, aber auch in diverse Unterrichtsmaterialien selbst integriert werden sowie als Basis für weiterführende Recherchen dienen.

Die Infografiken stehen unter folgender Lizenz: CC-BY-SA 2018 Österreichisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum, „Das Elektronische Wirtschafts-ABC“.; sie sollen also weitergegeben und weiterverwendet werden, bitte unter Namensnennung und mit den gleichen Rechten.

45 Infografiken im Gesamten: Globalisierung und Weltwirtschaft

Die Infografiken im Detail


Infografik 1: Weltwirtschaft

Zur Weltwirtschaft zählen alle Wirtschaftsbeziehungen und Verflechtungen zwischen den einzelnen Volkswirtschaften: internationaler Handel mit Gütern und Dienstleistungen sowie Bewegungen von Arbeit und Kapital.

Infografik 2: Weltmarkt

Der Weltmarkt ist ein gedachter Markt, der nicht zu verorten ist. Auf dem Weltmarkt werden die Preise für Welthandelsgüter wie zum Beispiel Weizen, Kaffee, Soja, Erdöl, Erdgas ... gebildet. Diese Preise können je nach Angebot und Nachfrage mehr oder weniger stark schwanken.

Infografik 3: Welthandel

Zum Welthandel zählen alle Güter, Dienstleistungen und Geldströme, die die Staatsgrenzen überschreiten. Wegen immer stärkerer internationaler Verflechtungen steigen Importe und Exporte ständig.

Infografik 4: Welthandelsgeflecht

Beim Welthandel kann zwischen interregionalen Handelsströmen (zwischen den einzelnen  Wirtschaftsregionen) und intraregionalen Handelsströmen (innerhalb der Wirtschaftsregionen)  unterschieden werden. Der Warenhandel weist eine mehr oder weniger große Verflechtung auf.

Infografik 5: Internationale Arbeitsteilung

Immer mehr Betriebe spezialisieren sich auf die Produktion von bestimmten Gütern und Dienstleistungen. Weil die internationale Arbeitsteilung zunimmt, steigen Importe, Exporte und das Verkehrsaufkommen.

Infografik 6: Aufbau von multinationalen Konzernen

Multinationale Konzerne („Multis“) wirtschaften grenzüberschreitend in mehreren Ländern. Die Muttergesellschaft übernimmt die Koordination, Verwaltung und Führung der Tochtergesellschaften, die durch Spezialisierung gekennzeichnet sind.

Infografik 7: Hauptsitz der größten multinationalen Konzerne

Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat die 30 größten Konzerne nach den Faktoren Umsatz, Nettogewinn, Absatz und Marktwert ermittelt, die in dieser Karte eingetragen sind. Es zeigen sich große Unterschiede in der Verteilung der Hauptsitze dieser Konzerne.

Infografik 8: Branchen der größten multinationalen Konzerne

Nicht nur die regionale Verteilung der 30 größten multinationalen Konzerne ist ungleich, auch ihre Zugehörigkeit zu verschiedenen Branchen. Fast zwei Drittel der größten Konzerne sind in den Wirtschaftszweigen Banken, Erdöl und Technologie tätig.

Infografik 9: Formen von multinationalen Konzernen

Während vertikale Konzerne vielfach als wenig ökonomisch gelten, weil von wechselnden Zulieferbetrieben zugekauft wird, sind Mischkonzerne häufig anzutreffen. Die einzelnen Unternehmen aus verschiedenen Bereichen haben kaum wirtschaftliche Beziehungen zueinander.

Infografik 10: Vorteile von multinationalen Konzernen

Konzerne tragen zur gesteigerten internationalen Arbeitsteilung, zu mehr Forschung und Entwicklung, sowie zu einem intensiveren Welthandel bei. Dennoch werden Machtkonzentration, Steuerflucht und politische Einflussnahme als bedrohlich gesehen.

Infografik 11: Nachteile von multinationalen Konzernen

Der Einfluss von Staaten endet oft an deren Staatsgrenze. Multinationale Konzerne wirtschaften jedoch in vielen Staaten und können Vorteile für sich nutzen. Das könnte auch durch internationale Kooperation von Staaten, Arbeitnehmer/innenverbänden und Gewerkschaften verhindert werden.

Infografik 12: Multinationale Konzerne und Staaten

Konzerne steigern durch internationale Aktivitäten und Einflüsse ihre Handlungsmöglichkeiten, während die von einzelnen Staaten in vielen Fällen verringert werden. So werden Interessen von Mensch und Natur – oft unter angeblichem wirtschaftlichen Druck – zurückgestellt.

Infografik 13: Steuertricks von multinationalen Konzernen

Geschäfte zu unrichtigen Preisen und Scheingeschäfte innerhalb eines multinationalen Konzerns führen zu Steuerentgängen in Industrieländern und zu Kapitalabflüssen aus Entwicklungsländern. Steuerflucht kostet die EU-Staaten jährlich rund 1 000 Milliarden Euro.

Infografik 14: Wie multinationale Konzerne Steuern sparen

Was einzelne Bürger/innen und kleine Unternehmen nicht schaffen, erreichen Konzerne wie Amazon, Apple, McDonald‘s, Ikea, Fiat, Starbucks etc.: extremes Steuersparen mithilfe von Gesetzeslücken. Die EU will dagegen – zu spät und zu schwach – vorgehen.

Infografik 15: Multinationale Konzerne in Steueroasen – Beispiel Österreich

Dank steuerschonender Aktivitäten zahlt das im Fallbeispiel angeführte Unternehmen eines multinationalen Konzerns weniger als 0,1 % Steuern. Ein relativ kleines, nur in Österreich (Wien) wirtschaftendes Unternehmen jedoch rund 36 %.

Infografik 16: Steueroasen weltweit

Jährlich werden 36 000 000 000 000 US-$ (36 000 Milliarden US-$) durch Verschiebung in Steueroasen nicht versteuert. Den Staaten und ihren Staatsbürger/innen entgehen so viele Milliarden an Steuern, wodurch an wichtigen Ausgaben für die Gesellschaft gespart werden muss.

Infografik 17: Entstehung der Finanzkrise

Auch durch den entfesselten Finanzkapitalismus und die massive Deregulierung von Finanz- und Bankwesen konnte sich die Krise 2008/09 rasch global ausweiten. Volkswirtschaften und die wirtschaftliche Existenz von Millionen Menschen wurden bedroht.

Infografik 18: Globalisierung heute

Globalisierung kann als Verstärkung von weltweiten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen verstanden werden. Dabei werden weit entfernte Orte miteinander verbunden: Ereignisse an einem Ort beeinflussen Vorgänge an einem anderen Ort.

Infografik 19: Dimensionen der Globalisierung

Globalisierung wird oft nur als wirtschaftliche Globalisierung (miss)verstanden. Doch diese ist eng venetzt mit der Globalisierung der Politik, der Kultur und der Probleme. Alle Dimensionen wirken massiv in den Alltag von Menschen.

Infografik 20: Globalisierung überwindet nationale Grenzen

Globalisierung umfasst: vernetzte Welt (z. B. Telekommunikation und Transportlogistik), Weltbinnenmarkt (z. B. Mobilität von Arbeit, Kapital, Know how), Welt als globales Dorf (z. B. Verlust räumlicher Distanz), Welt als Risikogemeinschaft (z. B. globale Umweltgefährdungen).

Infografik 21: ... und Globalisierung baut sozioökonomische Grenzen auf

Die Globalisierung verläuft rasch und weitreichend, aber unausgewogen und ungleichmäßig. Es gibt soziale und wirtschaftliche Entwicklungsunterschiede einerseits zwischen Staaten(gruppen), andererseits innerhalb von Staaten, also eine doppelte Fragmentierung.

Infografik 22: Globalisierung und Vernetzung

Die globalisierte Welt ist durch Transportrouten, Telekomnetze, Warenhandel, Tourismus ... stark vernetzt. Doch diese Vernetzung erfolgt höchst ungleichmäßig und unausgewogen: Der globale Norden profitiert wesentlich stärker davon.

Infografik 23: Globalisierung und Fragmentierung

Weltbevölkerung und Wohlstand sind weltweit sehr ungleich verteilt. Im globalen Norden ist ein kleiner Teil der Weltbevölkerung im Durchschnitt sehr wohlhabend. Reiche Staaten(gruppen) schotten sich von Menschen aus ärmeren durch stark gesicherte Grenzen ab.

Infografik 24: Globale Wirtschaftsräume – Triade

Die Triade wird von den größten drei Wirtschaftsräumen der Welt gebildet: NAFTA, EU und ASEAN+3. Diese Wirtschaftsräume sind stark miteinander verflochten und haben den größten Anteil am Welthandel.

Infografik 25: Triade global

Auch wenn die Triade (NAFTA, EU, ASEAN+3) nur rund ein Viertel der Festlandfläche und nicht einmal die Hälfte der Weltbevölkerung umfasst, entfallen ca. drei Viertel der Wirtschaftsleistung und mehr als drei Viertel der Exporte auf diese Staaten.

Infografik 26: NAFTA

Dieses Freihandelsabkommen gewährleistet den fast unbeschränkten Zugang zu Gütern und Dienstleistungen zwischen den Partnerstaaten Kanada, USA und Mexiko. Durch die verstärkten Handelsbeziehungen werden viele Arbeitsplätze geschaffen.

Infografik 27: EU

Die drei Säulen der EU sind die Wirtschafts- und Währungsunion, die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik sowie die Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres. Ziele sind Abstimmung der Wirtschaftspolitik, außenpolitische Zusammenarbeit und Kriminalitätsbekämpfung.

Infografik 28: ASEAN

Das ursprüngliche Ziel, nämlich die Verbesserung und Verstärkung der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit, wurde im Laufe der Zeit erweitert. Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum wie die EU soll geschaffen werden.

Infografik 29: TTIP „light“ – Ziele und Kritik

Zwischen der EU und den USA wird über ein Abkommen bezüglich Zöllen diskutiert. Die EU ist jedenfalls aufgerufen, stärker als bisher soziale, ökologische und demokratische Ziele ins Zentrum ihrer Handels- und Investitionspolitik zu stellen.

Infografik 30: CETA – pro und kontra

Während Unternehmensverbände CETA überwiegend positiv wahrnehmen, sehen Gewerkschaften und Arbeitnehmer/innenvertretungen dieses Wirtschafts- und Handelsabkommen kritisch. Besonders brisant erscheinen die Investitionsschutzbestimmungen, also die Sonderklagerechte für Konzerne.

Infografik 31: Global Cities

In Global Cities fokussieren sich hochrangige Steuerungsfunktionen der Weltwirtschaft. Durch verschiedenste Vernetzungen wie Internet, Flug- und Containerschiffrouten ... sind diese Global Cities vor allem innerhalb der Triade in enger wirtschaftlicher Beziehung – und sehr einflussreich.

Infografik 32: Folgen der Globalisierung für Megastädte

Die verschiedenen Folgen der Globalisierung für Megastädte sind eng mit einer Fragmentierung (Aufspaltung) zwischen Inklusion und Exklusion verbunden. Dies betrifft einzelne Menschen, Bevölkerungsgruppen, die politische und räumliche Entwicklung sowie die Umwelt.

Infografik 33: Vereinte Nationen (UNO)

1948 wurde die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ von allen Mitgliedsstaaten verkündet. Grundlegende Menschenrechte, die für jeden Menschen gelten, wurden formuliert und zum grundlegenden Dokument für die internationale Politik.

Infografik 34: Internationale Organisationen der Weltwirtschaft

Diese internationalen Organisationen sind in der Realität eng miteinander verflochten und gestalten die Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft maßgeblich. Daneben wirken viele andere Institutionen als Global Player mit.

Infografik 35: Welthandelsorganisation (WTO)

Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie Attac, Gewerkschaften und Arbeitnehmer/innenvertretungen kritisieren die wirtschaftsliberale Ausrichtung der WTO und fordern ein multilaterales Handelssystem mit den Zielen Nachhaltigkeit, sozialer Gerechtigkeit und Verantwortungsbewusstsein.

Infografik 36: Internationaler Währungsfonds (IWF)

Die Machtverhältnisse im IWF hängen vom jeweiligen Budgetbeitrag der Mitgliedstaaten ab, wodurch einige wenige mächtige Industrieländer einer großen Gruppe von Entwicklungsländern Bedingungen diktieren können.

Infografik 37: Weltbank (IBRD)

Die Weltbank ist eine wichtige Institution. Sie fördert aber auch Projekte, bei denen örtliche Gegebenheiten und Menschenrechte nicht berücksichtigt, Abhängigkeiten verstärkt und das Leben von benachteiligten Menschen weiter verschlechtert werden.

Infografik 38: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Die OECD besteht aus Mitgliedstaaten, die sich zu Demokratie und Marktwirtschaft bekennen. In dieser Organisation tauschen Regierungen Erfahrungen sowie Ideen aus und erarbeiten Lösungen für gemeinsame Herausforderungen.

Infografik 39: G7 und G20

Die G7 und G20 sind informelle Zusammenschlüsse der politisch und wirtschaftlich einflussreichsten Staaten. In den Staaten der G20 leben zusammen zwei Drittel der Weltbevölkerung, die 85 % des weltweiten Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften.

Infografik 40: Organisation erdölexportierender Länder (OPEC)

Erdöl wird aufgrund seiner großen Bedeutung als „schwarzes Gold“ oder als „Schmiermittel der Weltwirtschaft“ bezeichnet. Die OPEC kann deswegen bei geeinter Vorgangsweise ein wichtiger Player in der globalisierten Wirtschaft sein.

Infografik 41: Forum Gas exportierender Länder (GECF)

Zwölf Staaten haben sich nach dem Vorbild der OPEC zum Forum Gas exportierender Länder zusammengeschlossen. Eine einheitliche Gaspolitik wird dadurch ermöglicht. Die Staaten des Gas-Forums kommen auf fast 40 % der Welt-Erdgasförderung.

Infografik 42: Treibhauseffekt

Vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle verstärkt der Mensch den natürlichen Treibhauseffekt. Das führt zu einem weltweiten Temperaturanstieg, der uns alle betrifft.

Infografik 43: Wasser weltweit

Sauberes Wasser ist die Grundlage für Leben, es kann durch nichts ersetzt werden. Wasserverbrauch und -verschmutzung nehmen zu und damit auch Wassermangel. Wir sind alle aufgefordert, mit Wasser sparsam und verantwortungsbewusst umzugehen.

Infografik 44: Ernährung weltweit

Es gibt genug Nahrungsmittel auf der Welt – jedoch ungerecht verteilt. Drei Viertel der Getreideexporte kommen aus Nordamerika, der EU und Australien. Soja aus ärmeren Staaten wird in den reichen an Tiere verfüttert.

Infografik 45: Migration weltweit

Migrant/innen sind Menschen, die ihren Wohnsitz für mindestens ein Jahr – oft auch für immer – ins Ausland verlegen. Dazu zählen auch Menschen, die wegen Armut, politischer Verfolgung und Umweltzerstörung ihre Heimat verlassen.

CC-BY-SA 2018 Österreichisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum, „Das Elektronische Wirtschafts-ABC

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Sprache
Deutsch
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Veröffentlicht am
28.11.2018
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