Schul-Offensive gegen Fake-News

(c) Mimikama
(c) Mimikama

Unsere Kinder und Jugendlichen wachsen bereits als "digital natives" auf - Smartphones, Social Media und stets verfügbares Internet sind Teil ihres Alltags.

Als sogenannte "digitale Ureinwohner" sind sie zwar technisch fit, aber die kritische Beurteilung von Informationen aus dem Internet fällt ihnen dennoch oft schwer. Kinder und Jugendliche müssen erst lernen, Inhalte im Web kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren. Egal ob es das Erkennen von Werbung in einer App ist oder die Fähigkeit, manipulierte Bilder von realen Bildern unterscheiden zu können - Kompetenzen wie diese werden immer wichtiger.

In einer 2017 erschienenen Studie von Safer Internet (Gerüchte im Netz) zeigt sich, dass 4 von 10 aller österreichischen Jugendlichen im Alter von 11-19 Jahren Schwierigkeiten haben, Falschinformationen im Internet zu erkennen.

Der Studie zufolge sind für Jugendliche soziale Netzwerke die wichtigste Informationsquelle für tagesaktuelle Themen. Gleichzeitig gestehen sie sozialen Netzwerken nur eine geringe Glaubwürdigkeit zu. Diese Widersprüchlichkeit ist ihnen auch bewusst, sie wissen aber oft nicht, wie sie damit umgehen sollen. 61 Prozent der Jugendlichen beurteilen die Informationsbewertung im Internet als große Herausforderung.

Und Hand aufs Herz: Wem geht es selber nicht ganz genau so?  Immer mehr unwahre Geschichten kursieren im Internet und fluten die sozialen Netzwerke. Oft ganz gezielt, um Emotionen auszulösen, die dazu verleiten, die Meldung sofort mit jemandem zu teilen oder mehr darüber wissen zu wollen. Oft auch, um User auf bestimmte Webseiten zu locken, die mit Online-Werbung überflutet sind, und so von den Klicks profitieren. Aber auch politische Hintergründe spielen eine Rolle - spätestens seit dem US-Wahlkampf im vergangenen Jahr ist jedem klar, welche Folgen verbreitete Fake-News haben können.

Es braucht mündige und mit genug Medienkompetenz ausgestattete SchülerInnen

Um in der Informationsflut Wahrheit von Lüge unterscheiden zu können, benötigt es Informationskompetenz. Das beste Mittel gegen Fake News sind eben nun mal mündige und mit genügend Medienkompetenz ausgestattete Kinder und Jugendliche. Vor allem Lehrende und Eltern nehmen eine wichtige Rolle ein, wenn es darum geht, diese Kompetenz zu vermitteln, als Vorbild zu agieren und Ansprechperson zu sein.

16 Videos mit Unterrichtsmaterialien für 10-14 Jährige sowie 14-19 Jährige

Damit die Wahrheit zwischen echten Tatsachen und Falschmeldungen nicht verloren geht, wurde vom Bildungsministerium in Kooperation mit Saferinternet.at und Mimikama eine Informationsoffensive gestartet. Seit kurzem gibt es nun eine von Mimikama erstellte 16 teilige Videoreihe für die Sekundarstufe I und II samt dazugehörigen Unterrichtmaterialien, die einen leichteren Zugang zu den Kernthemen schaffen soll. Gemacht für die Praxis, um mit den Videos einen Impuls für ein bestimmtes Thema zu schaffen, welches dann detailliert als Unterrichtsmaterial mit den SchülerInnen besprochen werden kann.

Die Themen: Cybermobbing, Dein digitales Ich, Fake, Medienkompetenz, Suchmaschinen, Onlinesuche und Impressum, Filterblase sowie Social Bots

Soziale Netzwerke Einführung (SEK I+SEK II)


Verabschiedungsvideo


© Barbara Wirl

Über Mimikama: Seit 2011 setzt sich der Verein Mimikama zum Ziel, Internetmissbrauch, Internetbetrug und Falschmeldungen entgegen zu wirken und zu bekämpfen. Der Fokus liegt auf sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Whatsapp, wo Useranfragen direkt beantwortet bzw. dem Verein zugesendete Informationen/Gerüchte überprüft werden.

Am Foto zu sehen v.l.n.r: Creativ Director und Gründer des Vereins, Tom Wannenmacher sowie Andre Wolf, Pressesprecher und Content- und Social Media Coordinator.

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