2003-09 Kulturwortschatz Europa: Parken

Dass der Schlosspark von Versailles kein Parkplatz ist, das ist jedem auch ohne alle Parkverbotsschilder klar; die Parkbänke darin laden ja auch nicht zum Parken, sondern zum Ausruhen ein. Aber warum heisst dann der eine Park mit dem grünen Rasen und den alten Bäumen gerade so wie der andere Pla ...

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Dass der Schlosspark von Versailles kein Parkplatz ist, das ist jedem auch ohne alle Parkverbotsschilder klar; die Parkbänke darin laden ja auch nicht zum Parken, sondern zum Ausruhen ein. Aber warum heisst dann der eine Park mit dem grünen Rasen und den alten Bäumen gerade so wie der andere Platz mit dem grauen Asphalt und den Parkometern? Das geläufige lateinische Verb parcere, "sparen, schonen", hat die Grundbedeutung "ruhen lassen"; sollte da des Rätsels Lösung liegen? Der Lateinschüler, der Jupiters "Parce metu!" in Vergils "Aeneis" frohgemut mit "Parke die Furcht!" übersetzen wollte, hätte damit ja gar nicht so weit danebengeschossen. Aber so verführerisch der Anklang sich anhört: Weder mit unserem "Schlosspark" noch mit unserem "Parkplatz" hat dieses lateinische parcere das Geringste zu tun.
Weitere faszinierende Wortgeschichten finden Sie in folgenden Büchern:
Bartels, Klaus, Wie die Murmeltiere murmeln lernten. 77 Wortgeschichten, Philipp von Zabern, Mainz 2001
Bartels, Klaus, Trüffelschweine im Kartoffelacker. 77 Wortgeschichten, Philipp von Zabern, Mainz 2003
Bartels, Klaus, Wie Berenike auf die Vernissage kam. 77 Wortgeschichten, 3., durchgesehene Auflage, Philipp von Zabern, Mainz 2004

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Sprache
Deutsch
Stichwörter
klaus, Bartels Wortgeschichte
Anbieter
eduhi.at
Veröffentlicht am
01.09.2003
Link
https://www.edugroup.at/praxis/portale/latein/europa-nostra/detail/2003-09-kulturwortschatz-europa-parken.html
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