2010-04 Kulturwortschatz Europa: Märtyrer

Wörter haben wetterwendische Bezüge: Heute denkt der Zeitungsleser, wenn sein Blick in einer Schlagzeile auf das Wort „Märtyrer“ fällt, eher an einen Täter als an ein Opfer, eher an einen islamistischen Selbstmordattentäter als an ein Opfer der Christenverfolgungen. Die Wortgeschichte des „Märty ...

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Wörter haben wetterwendische Bezüge: Heute denkt der Zeitungsleser, wenn sein Blick in einer Schlagzeile auf das Wort „Märtyrer“ fällt, eher an einen Täter als an ein Opfer, eher an einen islamistischen Selbstmordattentäter als an ein Opfer der Christenverfolgungen. Die Wortgeschichte des „Märtyrers“ beginnt im 8. Jahrhundert v. Chr. in der Homerischen „Ilias“. Ein mártyros, wie das Wort dort lautet, oder ein mártys, wie es im Attischen heißt, ist ursprünglich nichts weiter als ein „Zeuge“ in einem Rechtsstreit, ein martýrion nichts weiter als das „Zeugnis“, das er darin ablegt. Fern am Horizont der Sprachgeschichte ist darüber hinaus noch die allgemeine Grundbedeutung einer „Erinnerung“ auszumachen.

Weitere faszinierende Wortgeschichten finden Sie in folgenden Büchern:

Bartels, Klaus, Wie die Murmeltiere murmeln lernten. 77 Wortgeschichten, Philipp von Zabern, Mainz 2001

Bartels, Klaus, Trüffelschweine im Kartoffelacker. 77 Wortgeschichten, Philipp von Zabern, Mainz 2003

Bartels, Klaus, Wie Berenike auf die Vernissage kam. 77 Wortgeschichten, 3., durchgesehene Auflage, Philipp von Zabern, Mainz 2004

Bartels, Klaus, Die Sau im Porzellanladen. 77 neue Wortgeschichten, Mainz 2008.

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Stichwörter
Bartels
Anbieter
eduhi.at
Veröffentlicht am
03.04.2010
Link
https://www.edugroup.at/praxis/portale/latein/europa-nostra/detail/2010-04-kulturwortschatz-europa-maertyrer.html
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