Für immer jung

In seinem “Timaios” stellt Platon dem Athener Solon einen alten ägyptischen Priester gegenüber: “O Solon, Solon, ihr Griechen bleibt immer Kinder: Greis und Grieche - das gibt es nicht.” Solon fragt nach: “Wie meinst du das?” “Jung seid ihr”, erklä ...

In seinem “Timaios” stellt Platon dem Athener Solon einen alten ägyptischen Priester gegenüber: “O Solon, Solon, ihr Griechen bleibt immer Kinder: Greis und Grieche - das gibt es nicht.” Solon fragt nach: “Wie meinst du das?” “Jung seid ihr”, erklärt der Ägypter, “allesamt: Ihr habt ja keinerlei Kunde von den Anfängen, keine altüberlieferte Lehre, kein Stück Wissen, das vom Alter grau ist.” Als Platon dies schrieb, war er selbst altersgrau; mit sokratischer Ironie deutet er in dieser merkwürdigen Begegnung auf die alterslose Jugendfrische, die das griechische Denken bis heute nicht hat altern lassen.

Ein bemerkenswertes und gewohnt wortgewandtes Plädoyer des Meisters für die klassische Erziehung.

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Stichwörter
Bartels
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
12.10.2008
Link
https://www.edugroup.at/praxis/portale/latein/neues-von-der-antike/detail/fuer-immer-jung.html
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