Kardinal Schönborn ermuntert Religionslehrer

Kardinal Schönborn feierte im Stephansdom Messe mit den Religionslehrern - In den Worten Jesu können Menschen, die eine gebrochene Familiensituation erlebt haben, eine neue Familie entdecken

 

Wien, 24.9.08 (KAP) Auf "lange Sicht" hat das Böse keinen Erfolg: An diese elementare Wahrheit müsse auch die Erziehung immer wieder erinnern, sagte Kardinal Christoph Schönborn am Dienstagabend beim Gottesdienst mit den Religionslehrern im Wiener Stephansdom. Bei dem Gottesdienst erteilte der Wiener Erzbischof 47 neuen Religionslehrerinnen und -lehrern die "missio canonica". Mit dieser "Sendung" sind sie mit der Erteilung des Religionsunterrichts betraut.

In seiner Predigt betonte Kardinal Schönborn unter Verweis auf die Lesung aus dem Evangelium, dass die Worte Jesu mitunter auch im Widerspruch zu dem stehen, was man normalerweise als katholisches Familienideal hinstellt. Die Worte Jesu "klingen mitunter eher familienkritisch", so der Wiener Erzbischof. Denn Familie könne auch sehr "egoistisch, autoritär und wenig befreiend" sein. Freilich bedeute die "Relativierung der Familienbindungen" durch Jesus keine "Verachtung der Familie", aber sie bringe zum Ausdruck, dass es "im Hören auf das Wort Gottes" eine "neue Familie" gibt. Über alle "Gebrochenheit" der eigenen Familienerfahrung könne damit jeder entdecken, dass die Kirche die "Familie Gottes" ist. Das sei eine wichtige Erfahrung gerade für Menschen, die eine gebrochene Familiensituation erlebt haben.

In den Worten Jesu über seine Familie werde spürbar, dass es auch notwendig sei, im Evangelium auf das zu hören, "was sperrig ist".

Diese Sperrigkeit sei auch im Tagesheiligen des Dienstag, dem italienischen Volksheiligen Pater Pio, spürbar gewesen, erinnerte Kardinal Schönborn. Er habe selbst als 16-jähriger den Heiligen erlebt und sei damals "erschüttert und bewegt" gewesen, sagte der Wiener Erzbischof. Wörtlich meinte Kardinal Schönborn: "Pater Pio konnte rüde sein, wenn er spürte, dass bei den Menschen etwas erschüttert werden muss, um sie auf den rechten Weg zurück zu bringen".

Bereits am Nachmittag waren die neuen Religionslehrerinnen und Religionslehrer im Curhaus am Stephansplatz zusammen gekommen. Auf Einladung der Berufsgemeinschaft der Laienkatecheten und -katechetinnen führte Eva Schmetterer die Lehrer mit einem Impulsreferat zum Thema "Begib dich auf den Königsweg - Gedanken der Entwicklung zur eigenen Persönlichkeit an Hand des Psalms 18" durch den Nachmittag. Eva Schmetterer stellte dabei den Psalm als Weg zum "Erwachsenwerden" vor. (ende)

24.09.2008 18:51

K200808538

 

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Veröffentlicht am
11.10.2008
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