Far From the Tree

Nicht ‚America first‘, sondern ‚Family first!’ Was aber heißt das für Familien, die Kinder adoptieren, die irgendwann vielleicht einmal ihre leibliche Mutter kennenlernen wollen? Wie immer sich solche Situationen zuspitzen, leicht ist es nicht für alle Beteiligten.

Wir beginnen mit Grace (16), einem vorbildlichen Adoptionskind. Doch dann wird sie von einem ziemlichen Weichei schwanger und gibt das Baby zur Adoption frei. Von da an leidet sie naturgemäß sehr unter der Trennung, obwohl sie von ihren Zieheltern jegliche Unterstützung erfährt.

Auftritt Maya (15), die von einer reichen Familie adoptiert wurde, sich dort aber im Vergleich zu ihrer Schwester immer ein bisschen als Außenseiterin gefühlt hat. Sie ist Graces Schwester.

Auftritt Joaquin (17), der bei Pflegeeltern wohnt, die ihn lieben und adoptieren wollen, aber Joaquin hat Angst, dass so viel Glück nicht halten würde. Er ist der Bruder.

Benway beginnt nun, diese drei Fäden miteinander zu verweben, und so unglaublich die Geschichte auch klingen mag, es gelingt ihr ganz ausgezeichnet. Manchmal ist die Sentimentalitätsrate ziemlich hoch, die drei agieren für unsere Begriffe halt sehr amerikanisch (eh klar), aber insgesamt liest sich der Roman duchaus glaubwürdig.

Als Grace darauf besteht, dass sie ihre biologische Mutter suchen, sind alle drei UND ihre Familien gefordert: Wie viel Verständnis, Empathie, Zuneigung wird notwendig sein, um allen eine halbwegs passable Zukunft zu ermöglichen?

Benway hat für ihren Roman den ‚National Book Award‘ gewonnen – und man kann nach der Lektüre leicht sagen: zu Recht!

pp. 374

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
02.01.2018
Link
https://www.edugroup.at/praxis/portale/rezensionen/detail/far-from-the-tree.html
Kostenpflichtig
nein