Zweet

Autor KALDHOL, Marit

Verlag Mixtvision 2017

Wenn ein Buch so beginnt:
Der Alarm heult.
Rüttelt an meinem Körper.
Sprengt Granaten in meinem Schädel.
dann bin ich schon gehörig auf nordische Dramatik eingestellt. Und habe nur mäßig Freude daran…

In „Zweet“ (Ergebnis eines Tastaturfehlers) versammeln sich drei Stimmen. Lill-Miriam, die sich bei einem Alarm auf den Dachboden der Schule flüchtet, ist die klassische Außenseiterin. Dicklich, unzugänglich, nur an Insekten (besonders an Bienen) interessiert. Ihr Leben verfolgen wir im ersten Teil – in eher abgehackter rhythmischer Prosa erleben wir mit, wie wenig Anhaltspunkte sie im Alltag hat.

Im zweiten Teil berichtet Susan (in Prosa), wie sie und ihre Mitschüler „das Biest“ (Lill-Miriam) einst fertig gemacht haben und wie sehr sie (Susan) dieses Ereignis belastet.

Und im dritten Teil treffen wir – in rhythmischer Prosa – Ruben, einen kubanischen Jugendlichen, der mit seinen Eltern nach Norwegen gezogen ist. Ruben, der nie akzeptierte Neuankömmling (noch dazu von einem Zlatan), versucht, sich mit Lill-Miriam anzufreunden und erzählt von seinem bisherigen Leben.

Das ist ein solide gemachtes Jugendbuch mit drei unterschiedlichen Stimmen, relativ lose miteinander verknüpft. Die Sprache ist offensichtlich einem Konzept von tiefgründiger Jugend geschuldet. Was wirklich störend ist, sind die vielen Fußnoten im Text, die unentwegt Begriffe erklären, die den Jugendlichen z. T. wohl vertraut sein müssten. Den Rest – ab in den Anhang. Fazit: mit Vorbehalten!

pp. 204 | 13/14 Jahre

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
02.01.2018
Link
https://www.edugroup.at/praxis/portale/rezensionen/detail/zweet.html
Kostenpflichtig
nein