Differenzialdiagnostische Tabellen. Symptome in der Allgemeinmedizin

Das Buch lohnt sich auf jeden Fall und ist - auch wenn die vielen fachlichen Hinweise an BerufskollegInnen gerichtet sind - auch für "Laien" interessant. So erfahren z.B. besorgte Eltern durch einen kurzen Blick in das Buch, woran sie bei den chronischen Bauchschmerzen "denken können".

Buchtitel: Differenzialdiagnostische Tabellen. Symptome in der Allgemeinmedizin
AutorInnen:
 Hopcroft K und Forte V
Verlag: Bern: Hans Huber
Erschienen: 2012

Zum Inhalt

Die beiden Autoren bezeichnen sich selbst als "Hausärzte mit Leib und Seele", die mit dem Buch für die jüngere aber auch für die erfahrene Kollegenschaft sowie für in der hausärztlichen Ordination erstversorgendes Pflege- Personal eine basale Informationsversorgung leisten wollen. Dem entspricht auch der Telegramm- und Listenstil - zur Erleichterung einer raschen Orientierung! Auch für Nichtmediziner gibt das Buch interessante Einblicke und macht aufmerksam auf die Komplexität der Diagnose. Das gelingt insbesondere durch den durchstrukturierten Aufbau, mit dem 100 Symptome analysiert werden: Einleitungstexte definieren das jeweilige Symptom nach seinen Kernelementen und Auftrittswahrscheinlichkeiten. Häufige, gelegentliche und seltene Ursachen werden aufgelistet. Die fünf wahrscheinlichsten Diagnosen werden anhand wichtiger Kriterien in einer übersichtlichen Tabelle miteinander verglichen, um eine Differenzialdiagnose zu erleichtern.

Es folgen Ausführungen zu Untersuchungen, die die diagnostischen Entscheidungen unterstützen. Aus ihrer praktischen Erfahrung geben die beiden Autoren schließlich wichtige Hinweise und Tipps für den richtigen Umgang mit der meist komplexen, jedenfalls nicht immer scharf konturierten diagnostischen Fragestellung. Wichtig ist, Alarmsignale zu kennen, die auf ernstere Erkrankungen hinweisen. Im Register finden sich wichtige Anmerkungen zu Nebenwirkungen von Medikamenten.

Was das Buch unter vielem anderen sympathisch macht, ist seine wohldosierte Forderung,  auf die Beziehung einzugehen und nicht bloß auf einer Somatisierungsschiene (Seite 200) unterwegs zu sein und dabei psychosoziale  Faktoren zu übersehen.

Das Buch lohnt sich auf jeden Fall und ist - auch wenn die vielen fachlichen Hinweise an Berufskollegen und -kolleginnen gerichtet sind - auch für "Laien" interessant. So erfahren z.B. besorgte Eltern durch einen kurzen Blick in das Buch, woran sie bei den chronischen oder rezidivierenden Bauchschmerzen ihres Kindes "denken können": abdominale Migräne, Harnwegsinfekt, Reflux, Diabetes mellitus, Darmparasiten, Nahrungsmittelallergie - um nur einige Beispiele zu nennen. Der Erfolg gibt dem Konzept der Autoren Recht: Es ist bereits eine 4. (aktualisierte und ergänzte) Auflage und nun erstmalig auch in Deutsch vorhanden!

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
15.02.2013
Link
https://www.edugroup.at/bildung/paedagogen-paedagoginnen/rezensionen/detail/differenzialdiagnostische-tabellen-symptome-in-der-allgemeinmedizin.html
Kostenpflichtig
nein