Wie verändert die Digitalisierung Schule und Unterricht?

© CLV
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In der Zukunftswerkstatt des Christlichen Lehrervereins OÖ (CLV) stand die Digitalisierung im Mittelpunkt. Rund 170 Pädagoginnen und Pädagogen haben sich am 14.5.2018 im Welser Welios getroffen, um über den Einfluss digitaler Medien in Schule und Unterricht zu diskutieren.

Dieses Jahr ist in Oberösterreich das "Jahr der digitalen Bildung", die nächsten Jahre wird dieses Thema jedoch immer noch von großer Relevanz sein. Digitalisierung ist in aller Munde. Die Meinungen gehen wie bei vielen (Zukunfts-)Themen auseinander und es wird über Sinn und Unsinn von Entwicklungen diskutiert. Fakt ist: Die Digitalisierung ist da und es gilt mit ihr umgehen zu lernen. Die Frage, die sich stellt, ist das WIE? Bei der Zukunftswerkstatt des CLV OÖ im Welser Welios wollte man der Antwort ein Stückchen näher kommen.

Kein Patentrezept - viele Wege führen ans Ziel

Josef Hofer von der NMS Marianum Freistadt, der bereits ein langjähriges Tabletprojekt durchgeführt hat, betont, dass es beim Einsatz digitaler Medien kein Patentrezept gebe, "weil hier so viele Zahnrädchen ineinander greifen". Für ihn ist es jedoch wichtig, dass digitale Medien nur dort eingesetzt werden, wo sie auch einen Mehrwert bringen, ansonsten könne man bei klassischen Unterrichtshilfen bleiben. 

Christine Haberlander: Vermittlung digitaler Kompetenzen betrifft alle

Um Schülerinnen und Schüler mit digitalen Medien und deren Chancen und Risiken vertraut zu machen, bedarf es aller Lehrenden, ist Bildungslandesrätin Christine Haberlander überzeugt: "Für Digitalisierung ist nicht alleine der Informatiklehrer zuständig, sondern jede Pädagogin und jeder Pädagoge kann hier einen Beitrag leisten."

Peter Eiselmair: Aktive Mitgestaltung unerlässlich

Education Group Geschäftsführer Peter Eiselmair betonte in seinem Vortrag "Lernen und Lehren in digitalen Zeiten" die Bedeutung der aktiven Mitgestaltung der Medienentwicklung und -nutzung. "Jeder von uns, der diese Systeme ungefragt und unreflektiert mitträgt, der treibt diese Entwicklung mit. Wir müssen uns mit den Auswirkungen und den Wirkungsweisen intensiv befassen und beschäftigen und diesen Prozess selbst in die Hand nehmen und selbst aktiv übernehmen", so der Medienexperte.

Bildung und vor allem die schulische Bildung funktioniere jedoch vor allem durch zwischenmenschliche Kommunikation und Interaktion und diese Prozesse würden auch in den nächsten 50 Jahren keine Domäne von technokratischer Intelligenz sein. "Was sich allerdings radikal ändern wird und ich denke, ändern wird müssen, ist die Art und Weise, wie wir Unterricht halten, wie wir junge Menschen auf die Zukunft vorbereiten", so Eiselmair.

Paul Kimberger: Im Mittelpunkt wird immer die Lehrerin bzw. der Lehrer stehen

Auch wenn die Digitalisierung weiter voranschreitet und sich noch sehr viel verändern wird, ist CLV-Landesobmann Paul Kimberger überzeugt, dass im Zentrum des Geschehens immer die Lehrkräfte stehen werden. Beim Einsatz digitaler Medien müsse man immer die Vor- und Nachteile abwägen. 

Rahmenbedingungen müssen stimmen

Bei der Podiumsdiskussion war man sich grundsätzlich einig, dass die technischen sowie organisatorischen Rahmenbedingungen stimmen müssen. Voraussetzungen sind unter anderem eine funktionierende Schul-IT, Lehrkräfte die sich in neue Wasser begeben wollen und ein didaktisches Konzept für den Medieneinsatz.

Fazit

Was in fünf oder zehn Jahren in Sachen Digitalisierung geschehen wird und wie die digitalen Medien die Bildung verändern, lässt sich schwer abschätzen. Notwendig wird auf alle Fälle eine Offenheit von allen Beteiligten sein, sowohl von Lehrkräften als auch von Eltern und Schülerinnen und Schülern. Der Faktor Mensch wird wohl immer den Ausschlag geben. Dennoch müsse man sich schon heute und besser gestern schon Gedanken machen, wie man digitale Medien sinn- und maßvoll in den Unterricht integrieren kann. Es wird nicht nur den einen Weg geben, es wird viele Wege geben. Die einen werden im Kindergarten beginnen, die anderen in der Volksschule. Die einen werden vorsichtiger sein, die anderen mutiger. Jedoch muss für alle das Ziel das Gleiche sein, nämlich unsere Kinder für ihr Berufs- und Privatleben vorzubereiten. Es muss nicht jedes Kind programmieren können, aber wissen, welche Technik dahinter steckt. Es muss nicht jedes Kind ein Medienprofi sein, aber wissen, wie die Abläufe funktionieren. Was aber alle Kinder lernen müssen, ist zu wissen, wie der Umgang mit digitalen Medien funktioniert und welche Mechanismen auf sie einwirken. Wer in Zukunft mit Medien kompetent umgehen kann, hat auf alle Fälle einen Startvorteil.


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