Junge Tüftler - tolle Making-Ideen!

Foto: junge-tueftler.de
Foto: junge-tueftler.de

Löten, Programmieren, Basteln, Tüfteln, Erfinden, Selbermachen - kurz Making - hat auch im Bildungsbereich Einzug gehalten.

Vor allem in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) eignen sich Making-Aktivitäten hervorragend, weil sie sich gut mit Kunst und Gestaltung verbinden lassen und fächerübergreifendes Arbeiten möglich wird.

Die Ansprüche für die späteren Berufsfelder unser SchülerInnen wachsen. Wer programmierten Code versteht, kann die elektronische Welt im Alltag viel besser deuten und gestalten. Das Wissen rund um Elektronik und Minicomputer und wie diese gebaut sind, fördern das Verständnis der Grundlagen von Elektronik. Aber auch traditionelle Handarbeiten wie Nähen, Sticken oder Stricken lassen sich mit Elektronik verbinden (intelligente Kleidung, tragbare Elektronik) und bieten eine tolle Einstiegsmöglichkeit in das "Internet der Dinge". Das selbstständige Erschaffen neuer Werke, etwas ausprobieren, Ehrgeiz bei Fehlern zeigen und weiterzumachen sind dabei wesentliche Skills, um mit dem technischen Fortschritt mithalten zu können. Making-Aktivitäten bieten hier eine tolle Möglichkeit, das "Lernen durch Machen" zu fördern.

Junge Tüftler - Tolle Making-Ideen zum Nachmachen

Das gemeinnützige deutsche Unternehmen "Junge Tüftler" hat sich zum Ziel gesetzt, digitale Bildung mit Tüfteln und Making zu verbinden. Das Unternehmen ist sozusagen mobiler Lernort mit festen Standorten in Berlin und Düsseldorf, der Kindern und MultiplikatorInnen einen einfachen Einstieg in die Digitalisierung bietet. Tüfteln ist dabei das dahinterliegende Motto: Lernen durch Begreifen und den Dingen spielerisch auf den Grund gehen. 

Neben Workshops und Coachings bieten die Jungen Tüftler auf ihrer Webseite aber auch ein reichhaltiges Angebot an Making-Ideen und Einstiegsübungen zum selber Nachmachen - zu Hause oder in der Schule - inklusive Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Templates zum Ausdrucken!

Auffindbar unter www.junge-tueftler.de/lostuefteln!

Fotos: junge-tueftler.de (CC by 4.0)

Das Angebot umfasst konkret:

  • Superhelden-Maske: Die LED-Hörnchen einer helfenhaften Maske zum Leuchten zu bringen, sobald man sie aufsetzt
  • Taschenlampe: Wie baut man in einer halben Stunde aus einem Holzstiel und einer Büroklammer eine eigene Taschenlampe
  • LED-Luftballon: Anleitung zum Beleuchten eines Luftballons von innen
  • Leuchtendes Armband: Verwenden u. Kennenlernen von leitfähigen Stoffen und Garnen
  • Leuchtendes Haus: Mit Papier einen Stromkreis aufbauen und ein selbst gebasteltes Haus zum Leuchten bringen
  • Märchenmaschine mit der magischen Karotte: Eine Karotte, die einen Karton dazu bringen kann, Märchenworte zu sprechen
  • Musikalische Stoffkatze: Klavier spielen mit einem selbst genähten Stofftier und dem MaKey MaKey
  • Nachtlicht: Ein eigenes Nachtlicht bauen, das im Dunkeln anfängt zu leuchten
  • Superheld mit kitzligem Bauch: Beim Berühren des Bauches eines kleinen Papier-Anzieh-Helden fängt dieser vor Freude an zu leuchten
  • Windmühle: Wie baut man eine Windmühle mit rotierenden Flügeln
  • Wackelbot: Einen kleinen Begleiter bauen, der sich auf Knopfdruck bewegt
  • Rentier mit leuchtender Nase: Eine (nicht nur) weihnachtliche Idee, um die rote Nase vom Rentier Rudolph zum Leuchten zu bringen, wenn man sie festhält
  • Leuchtende Weihnachtskarte: Ein selbst gebastelter Weihnachtsgruß mit leuchtendem Weihnachtsbaum-Stern
  • Labyrinth im Klassenzimmer: Das Konzept der Schleifen beim Programmieren verstehen lernen (ganz ohne Computer)

Viele dieser Anleitungen stehen unter einer OER-Lizenz (CC BY 4.0), sodass sie ohne Bedenken weiter verteilt oder verändert werden können.

Auch in Österreich wird Making in der Schule immer mehr zum Thema. Tolle Materialien und Ideen finden sich zum Beispiel im kostenfreien E-Book "Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten" von Martin Ebner, Sandra Schön und Kristin Narr.

Eine Masterarbeit (Making an Schulen: Potentialanalyse eines Workshops über 3D-Druck, VR-Brillen und Podcasting) von Markus Peißl, der erstmalig einen Making-Workshop an einer Schule durchgeführt hat und darin über die Planung, Durchführung und Evaluation berichtet, ist auch interessant zu lesen und für Lehrende, die sich mit diesem Thema beschäftigen möchten, hilfreich.

Ob Kinder sich in Makerspaces (Einrichtungen/Bildungsinstitutionen, die Werkzeuge anbieten, z.B.: Otelo, selberMACHEREI - Maker Austria in Wien, Werkstattcouch in Innsbruck,...) austoben oder FabLabs (offene Werkstätten wie z.B. HappyLabs in Salzburg und Wien, FabLab in Graz, Do!LAB in Saalfelden,...) besuchen, es gibt viele Orte, wo Making stattfinden kann.

Viel Spaß beim Ausprobieren!