Schulstart mit Neuer Autorität in der Linzer Korefschule

Am ersten Schultag werden alle Schüler per Handschlag begrüßt.
Am ersten Schultag werden alle Schüler per Handschlag begrüßt.

Am 12. September war Schulstart in Oberösterreich und wir waren bei der NMS 22 in Linz mit dabei. Die gemeinsame Eröffnungsfeier mit allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften, soll die Gemeinschaft stärken und vor allem den Erstklasslern ein Gefühl der Wertschätzung vermitteln.

Ein gemeinsames Fest für Eltern, Lehrkräfte & Schüler

An der Dr. Ernst-Koref-Schule in Linz wird das Konzept der Neuen Autorität seit fünf Jahren umgesetzt. Die Direktorin Ingrid Dangl stellt eine merkliche Verbesserung des Schulklimas und der Gemeinschaft fest.

Konstruktive Beziehungsgestaltung

Aber was ist die sogenannte "Neue Autorität" eigentlich? "Neue Autorität ist ein systemischer Ansatz, der Personen mit Führungsverantwortung (Eltern, Lehrkräfte, Sozialpädagogen, Führungskräfte, Gemeindepolitiker, usw.) stärkt und ihnen Mittel zur Durchsetzung ihrer Aufgaben an die Hand gibt", so ist es auf der Homepage des Instituts für Neue Autorität zu lesen. Als wichtigste Ressource wird die Fähigkeit zur konstruktiven Beziehungsgestaltung durch eine wertschätzende Grundhaltung gegenüber jeder einzelnen Person in den Vordergrund gestellt. 

"Schule wesentlich friedlicher geworden"

"Ich habe das Gefühl, dass es in der Schule wesentlich friedlicher geworden ist. Wenn es Probleme gibt, ist das Konzept auch für die Lehrerinnen und Lehrer eine Hilfe, da wir eine feste Vorgehensweise haben. Dadurch ist auch eine gewisse Sicherheit vorhanden. Auch für die Kinder: diese wissen was passiert, wenn etwas schief geht. Vor allem aber eine gewisse Fehlerkultur ist uns wichtig, da man nur durch Fehler lernen kann und Fehler passieren eben auch im Zusammenleben", so Dangl.

Auch für Lehrkräfte gibt es Hilfe

Aus dem Konzept der Neuen Autorität heraus wurde auch ein Lehrerunterstützungsteam ins Leben gerufen. Diesem Team können Lehrkräfte Vorfälle jeglicher Art melden. "Dann wird ein Protokoll ausgefüllt, ein Teammitglied ruft als nächsten Schritt bei den Eltern an und es wird ein Termin vereinbart. Nachfolgend gibt es ein Gespräch, bei dem mindestens zwei Lehrkräfte im Einzelgespräch mit dem Kind sprechen, bei dem eine Wiedergutmachung festgelegt wird", so der Betreungslehrer Wolfgang Kitzmantel.

Wiedergutmachung statt Strafe

Die Wiedergutmachung ist ein zentrales Element statt der "Strafe" im klassischen Sinne. Diese besteht aus einer Entschuldigung und einer "Beziehungsgeste", wie etwa nachhaltige Freundlichkeit oder ein kleines Geschenk. "Dass nicht nur ein schnelles Tschuldigung gesagt wird, das nichts wert ist - es muss mehr kommen", so Kitzmantel dazu.

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