Führt Sprachwandel zum Sprachverfall?

© PH OÖ
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Am 3. Juni 2016 fand bereits die letzte Vorlesung in der Reihe "Bildung in der Migrationsgesellschaft" statt. Dr. Attila Németh von der Pannonischen Universität Veszprém in Ungarn referierte über Sprachkontakt und Sprachwandel.

Zum besseren Verständnis definierte Németh zu Beginn seines Vortrages die beiden Begriffe:

Sprachkontakt entsteht in Situationen, wenn zwei oder mehrere Sprechergruppen in einer Gesellschaft keine gemeinsame Sprache haben. Aufgrund der Flüchtlingsströme derzeit ein aktuelles Thema, auch in Schulen.

Sprachwandel ist ein Grundmerkmal aller natürlichen Sprachen - Németh spricht in seinem Vortrag von Sprachwandel als Update der jeweiligen Sprache. Ein Sprachwandel wird auch von äußeren Einflüssen, wie etwa Migration, beeinflusst.

Dr. Attila Németh: Sprachkontakt und Sprachwandel


Was stimmt mit der Formulierung „eines Nachts“ nicht? Die meisten von uns verwenden sie, ohne darüber nachzudenken, dass die Formulierung eigentlich grammatikalisch falsch ist. „Eines Nachts“ ist mittlerweile in unserem Sprachgebrauch integriert. Über die Zeit hat sich diese grammatikalisch falsche Formulierung in unseren Sprachgebrauch eingeschlichen - ein Beispiel für Sprachwandel. Sprachwandel kann aber auch durch Sprachkontakt entstehen. Wenn in einer Gesellschaft mehrere Sprachen gesprochen werden, beeinflussen sie sich gegenseitig. Führt aber nun ein Sprachwandel unweigerlich auch zum Sprachverfall?