Sackgassen der Bildungsreform

An der Universität in Wien fand Ende April die Tagung "Sackgassen der Bildungsreform" statt. Ziel war die kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Bildungsreform im deutschsprachigen Raum. Dazu eingeladen waren neben Interessierten auch namhafte Wissenschaftler aus Österreich und Deutschland.

Verstehen fördern und Verstehen verhindern


Dr. Andreas Gruschka ist Professor für Erziehungswissenschaft an der Goethe-Univsersität Frankfurt. In seinem Vortrag betrachtet er die Reformpolitik seit dem "Pisa-Schock" und dem damit verbundenen kompetenzorientierten Unterricht kritisch. "Die Reform hat diejenige zu ihren Gegnern gemacht, die sie immer noch zu ihrem Erfolg benötigt - die Lehrer"

Diskussion mit Liessmann und Gruschka


Dr. Konrad Paul Liessmann (Universität Wien) und Dr. Andreas Gruschka (Universität Frankfurt) stellten sich während der Tagung "Sackgassen der Bildungsreform" den Fragen des Publikums. Viele davon drehten sich um die Neue Mittelschule, die dabei sogar als Schule der Unterschicht bezeichnet wird.

Kompetenzorientierung für (Hoch-)Schule


"Früher hießen Kompetenzen einfach Lernziele." Im Vortrag von Dr. Hans Peter Klein wirft er einen kritischen Blick auf die momentane Entwicklung in Richtung "Inkompetenzkompensationskompetenz". Er spricht von Notendumping und dem fehlenden Fachwissen bei den Schülern. Klein ist Mitbegründer und Geschäftsführer der Gesellschaft für Bildung und Wissen.

Bildung und Schwärmerei


"Es sind viel mehr die Schulen und nicht die Schüler, die überprüft werden sollten", so Dr. Roland Reichenbach in seinem Vortrag "Bildung und Schwärmerei". Reichenbach ist Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich.