Sozial-emotionale Fähigkeiten in den Mittelpunkt rücken

© Thinkstock/Stockbyte
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"Wir haben viel zu lange geglaubt, dass alles was Jugendlichen wichtig ist, im Elternhaus oder in der Freizeit passiert, aber es passiert viel mehr in der Schule. So zu tun, dass es in der Schule nur ums Lernen geht, um Mathematik oder Deutsch - das entspricht nicht den Gegebenheiten", so Gil Noam.

Der Entwicklungspsychologe Gil Noam von der Havard University und Tina Malti von der University of Toronto waren am 11. Juni 2015 in die FH Campus Linz eingeladen, um ihre jahrzehntelange Erfahrung im Feld der evidenzbasierten Förderung von psychosozialen Kompetenzen in der Schule im Rahmen einer Public Lecture mit Interessierten zu teilen. Sie unterstreichen die Bedeutung, sozial-emotionale Fertigkeiten in der Schule zu vermitteln, da diese Kompetenzen nicht nur die berufliche Chancen erhöhen, sondern auch eng mit der Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zusammenhängen.

Soziale Fertigkeiten in allen Fächern lehren


Das Land Oberösterreich setzt einen Schwerpunkt im Bereich der sozialen Kompetenz und lud daher die beiden Experten für Entwicklungspsychologie Tina Malti und Gil Noam ein. Sie sollen wertvolle Inputs zur Förderung von sozial-emotionalen Fähigkeiten in der Schule geben. Die Vermittlung von Social Skills soll sich über alle Fächer erstrecken und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen positiv beeinflussen.

Gil Noam: Feststellung der sozial-emotionalen Fertigkeiten von Kindern


Dr. Gil Noam ist Professor für Psychiatrie an der Havard Medical School in Boston und am McLean Hospital in Belmont, Massachusetts. Im Vortrag stellt er das "Holistic Student Assessment (HAS)" vor, das zum Ziel hat, den Stand der sozial-emotionalen Fertigkeiten und Resilienzfaktoren von Kindern und Jugendlichen zu erfassen. Die Ergebnisse der HSA werden dazu verwendet, den individuellen Präventions- und Interventionsbedarf der Schule zu ermitteln, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Tina Malti: Entwicklung von Empathie und Respekt


Dr. Tina Malti ist Professorin für Entwicklungspsychologie an der University of Toronto und ihre Tätigkeitsfelder umfassen die sozial-emotionale Entwicklung und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie deren entwicklungsangemessene Förderung in Schulen. Im Vortrag zeigt Malti unter anderem die Ko-Entwicklung von Empathie und Aggression sowie die Entwicklung von Empathie und Respekt. Sie fordert eine stärkenorientierte, entwicklungsdifferenzierte und schulbasierte Förderung jedes einzelnen Kindes.

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