Der Raum als 3. Pädagoge

Architekten, Pädagogen und Vertreter der Schulverwaltung kamen am 23.4.2013 beim Symposium "Der Raum als 3. Pädagoge" zusammen, um über Schulbau und Lernräume zu diskutieren.

Nach den Kindern selbst und der Lehrkraft wird der Raum als 3. Pädagoge bezeichnet. Lernräume sollen den Unterricht unterstützen und den Schülern das Lernen erleichtern. Hier gehts aber nicht nur um das Klassenzimmer, die ganze Schule kann zum Lernort werden - Schulgarten, Bibliothek, der Gang oder die Aula können und sollen ebenfalls genutzt werden.

Phase 0 entscheidend

Entweder macht die Schule aus den bestehenden Möglichkeiten das Beste daraus oder sie hat durch einen Um- oder Neubau die Chance, ihre Rahmenbedingungen zu verbessern. Hier ist es wichtig, auf die sogenannte Phase 0 zu achten. Dies ist der Prozess, in dem sich alle Beteiligten zusammensetzen und ein pädagogisches Konzept erarbeitet wird. "Die Phase kann teure Umplanungen verhindern, wird aber noch viel zu selten angewandt", so Karin Doberer von der LernLandSchaft.

Der Raum kann fördern oder behindern


Beim Symposium "Der Raum als 3. Pädagoge" drehte sich alles um den Schulbau und die Nutzung und Gestaltung von Lernräumen. Wenn die Raumstruktur aufgebrochen wird, bedeutet das für Lehrkräfte auch eine Veränderung ihres Unterrichts. Wie man ohne bauliche Veränderungen Raum schaffen kann ist so einfach wie naheliegend: Entrümpeln! (Bildquelle: Christina Steininger)

Stang: Lernwelten der Zukunft


Dr. Richard Stang referierte beim LSR-Symposium über Rauminszenierungen im Kontext des lebenlangen Lernens. Räume beeinflussen die Menschen vom Kindergarten bis hin zur Erwachsenenbildung. Für Stang müssen Räume vor allem flexibel sein und sollen eine positive Atmosphäre ausstrahlen, auf der die Lehrkraft aufbauen kann. (Bildquelle: Christina Steininger)

Doberer: Neues Lernen braucht neue Räume


Zukunftsfähige Lernraumkonzepte erarbeitet Karin Doberer von der LernLandSchaft. Sie setzt sich beim Schulbau für eine "Beteiligung der Beteiligten" ein - das heißt, Lehrkräfte, Direktoren, Schüler und auch Eltern sollen in den Prozess miteinbezogen werden. Doberer kritisiert zudem, dass nach wie vor die Akustik im Schulbau weitestgehend ignoriert wird, der Lärmpegel jedoch ein großes Problem für Schüler und Lehrkräfte ist.

Podiumsdiskussion: Wie kann Schulbau funktionieren?


Unter der Moderation von LSI Barbara Pitzer diskutierten folgende Teilnehmer über Schulbau und Lernräume:

 

- Mag. Gabu Heindl (Architektin)

- DI Michael Anhammer (Architekt)

- Dr. Richard Stang (Hochschule der Medien Stuttgart)

- Karin Doberer (LernLandSchaft)

- DI Michael Zinner (Kunstuni Linz)

 

(Bildquelle: Christina Steininger)

Die ganze Schule als Lernort


Die VS 5 Mauth in Wels schafft in der gesamten Schule Lernorte, nicht nur in den Klassenzimmern. Der gestaltete Raum ist Mittel zum Zweck - die Schüler und Pädagogen sollen im Mittelpunkt des Lernprozesses stehen. Die Lehrkraft tritt in den Hintergrund, die Schüler erhalten mehr Eigenverantwortung. Das Beste daran: Es funktioniert!