Digitale Bildung Oberösterreich

© Thinkstock/iStock/tetmc
© Thinkstock/iStock/tetmc

Ein kompetenter Umgang mit digitalen Medien ist zu einer bedeutenden Schlüsselkompetenz geworden, die eine zeitgemäße Bildung berücksichtigen und ermöglichen muss.

„Die rasante Entwicklung und Ausweitung der Digitalisierung verlangt eine Integration in die Bildungslandschaft und in die Bildungsinstitutionen. Kinder und Jugendliche müssen die Möglichkeit erhalten, einen kompetenten Umgang mit digitalen Medien und der Digitalisierung zu erlernen. Klar ist, dass das ‚WWW‘ heutzutage genauso wichtig ist wie das ‚ABC‘. Es hat aber noch nicht denselben Stellenwert im Klassenzimmer. Wir müssen raus aus der ‚Kreidezeit‘ und rein ins digitale Klassenzimmer“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Thomas Stelzer.

OÖ Vorreiter im Bereich "Digitale Bildung"


Bild: © Land OÖ/Liedl

Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde heute, 24. März 2017, vom designierten Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer die Agenda Digitale Bildung für Oberösterreich präsentiert.

Förderung der digitalen Infrastruktur

Im Herbst wurde eine neue Förderschiene präsentiert, die den Breitbandanschluss der Pflichtschulen flächendeckend ermöglichen soll.

Agenda für digitale Bildung

„Wir brauchen nicht nur junge Menschen, die Anwender moderner Technologien sind, wir brauchen noch viel mehr diejenigen, die moderne Technologien erfinden und Innovation am Standort aktiv vorantreiben – dafür müssen wir vom Anwenden zum Verstehen kommen“, ist LH-Stv. Mag. Thomas Stelzer überzeugt.

Das Land Oberösterreich hat eine eigene Arbeitsgruppe für die Erstellung einer Agenda für Oberösterreich zur digitalen Bildung nominiert, die aus Mitgliedern des Landes Oberösterreich, des Landesschulrates Oberösterreich sowie des Netzwerks RECC Informatik und Digitale Medien bestand. Zur Erstellung wurden zudem namhafte ExpertInnen eingeladen. Der Fokus der Agenda, die in den letzten Monaten entstanden ist, liegt dabei vorerst auf der schulischen Bildung.

Digitale Medien sind ein fester Bestandteil unseres Alltags und nicht mehr daraus wegzudenken – dies gilt natürlich und insbesondere für die Welt der Kinder und Jugendlichen. Ein kompetenter Umgang mit Medien, im Speziellen mit digitalen Medien, ist zu einer bedeutenden Schlüsselkompetenz geworden, die eine zeitgemäße Bildung berücksichtigen und ermöglichen muss.

Mittelfristige Zielsetzungen:

  • Verbesserung der digitalen Infrastruktur
  • Steigerung der Medienkompetenz und des informatischen Denkens der Oö. Schüler/innen
  • Schul- und Unterrichtsentwicklung mit digitalen Medien
  • Netzwerke
  • Bereitstellung von digitalen Bildungsmedien & Werkzeugen
  • Oberösterreichisches Schulnetzwerk PLUS inkl. OÖ Bildungscloud

Zwei Maßnahmen aus der Agenda für digitale Bildung werden bereits ab dem nächsten Schuljahr umgesetzt:

Pilotprojekt 1: Mini-Computer für 25 Volksschulen

Ein Aspekt der Digitalisierung ist das Wecken und Fördern der Interessen der Kinder und Jugendlichen für Informatik. Einen kindgerechten Zugang bieten hier sogenannte „Making-Aktivitäten“, die sich durch das kreative Gestalten und Selbermachen auszeichnen - insbesondere mit digitalen Technologien.

Mit Beginn des Schuljahres 2017/2018 werden 25 oberösterreichische Volksschulen mit Entwicklungsplatinen von micro:bit in Kooperation mit Microsoft ausgerüstet. Zielsetzung dabei ist, die Kinder der 3. und 4. Schulstufe spielerisch in die Thematik der Programmierung einzuführen.

Der Mini-Computer micro:bit ist eine offene Entwicklungsplatine, auf der unterschiedliche Programme laufen können. Dieser lässt sich gut für den Einstieg in den Bereich „Coding“ und die kreative Arbeit mit digitalen Technologien einsetzen. Mittels einer einfachen Oberfläche kann der micro:bit über Smartphone, Tablet oder PC programmiert werden – von Robotern, Armbändern bis hin zu Musikinstrumenten ist hier vieles möglich.

Für die Pädagog/innen wird begleitend ein spezielles Fortbildungsprogramm angeboten, wo sie in Maker-Labs die Handhabung und Programmierung von micro:bits erlernen und die pädagogisch-didaktischen Möglichkeiten ausgelotet werden.

Pilotprojekt 2: Tablets für Erstklässler von vier Neuen Mittelschulen

Der Einsatz von mobilen Geräten eröffnet eine Fülle von Möglichkeiten für den Unterricht und das Lernen. So können die mobilen Geräte zum Präsentieren, Recherchieren, Dokumentieren vor allem aber zum differenzierten, individuellen oder kooperativen Lernen verwendet werden. 

Das Land OÖ stellt ab dem Schuljahr 2017/18 für vier Neue Mittelschulen Tablets für alle Erstklässler und für die Lehrer/innen zur Verfügung. Im Projektzeitraum werden die Lehrer/innen entsprechende pädagogische Konzepte zur Einbindung von Tablets im Unterricht für die jeweilige Schule erarbeiten. Ziel ist es, die Tablets in allen Fächern einzusetzen, diverse Aktivitäten in der Praxis mit den Schüler/innen der 1. Klasse zu erproben und den Mehrwert von Tablets für das Lehren und Lernen zu nutzen.

Für die Pädagog(inn)en werden ein abgestimmtes Fort- und Weiterbildungsprogramm organisiert und schulübergreifend Vernetzungsaktivitäten angeboten.

Die Neuen Mittelschulen OÖ können sich ab sofort für die Teilnahme am Projekt bewerben. Die Aussendung an die Neuen Mittelschulen erfolgt über den LSR OÖ. Über die Projektteilnahme entscheidet eine Fach-Jury. Einsendeschluss ist der 24. Mai 2017.

Schuljahr 2017/18 ist „Jahr der digitalen Bildung“

Der Landesschulrat OÖ und das Land OÖ haben das Schuljahr 2017/18 zum „Jahr der digitalen Bildung“ ausgerufen. Ziel des Schwerpunktjahres ist es, deutlich zu signalisieren, dass digitale Bildung kein Bereich ist, in dem sich einige wenige Schulstandorte spezialisieren, sondern dass eine Auseinandersetzung mit diesem Thema in allen Schulen notwendig ist. An der Umsetzung werden sich die Mitgliedsinstitutionen des RECC Informatik und digitale Medien (LSR OÖ, Pädagogische Hochschule OÖ, Pädagogische Hochschule der Diözese Linz, FH OÖ, JKU, Education Group) mit ihrer jeweiligen Expertise einbringen, ein Jahresprogramm definieren und konkrete Aktionen und Anregungen für die Schulen setzen.

„Digitalisierung darf kein Thema mehr von einzelnen Schulen sein. Mit dem Schwerpunktjahr wollen wir ein Zeichen setzen, dass wir den Auftrag annehmen, alle Schüler/innen bestmöglich auf ihre Lebensrealität vorzubereiten – dabei führt kein Weg mehr an digitaler Bildung vorbei“, so LH-Stv. Mag. Thomas Stelzer.