Jugendkonsum und seine Folgen

© Schuldnerhilfe OÖ
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Am 15.11.2016 lud die Schuldnerhilfe OÖ zur Tagung jugend.hat.geld. Im Mittelpunkt standen der Konsum, der Einfluss der sozialen Medien sowie generell die Verführungen, die die Online-Welt so bietet. Mehr als 200 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt.

"Im Jugendalter werden die Grundlagen für Schulden gelegt"


Die Basis für Schulden werden oft schon im Jugendalter gelegt, erzählte uns der Geschäftsführer der Schuldnerhilfe OÖ, Mag. Ferdinand Herndler, auf der Fachtagung jugend.hat.geld an der FH Campus Linz. Auch wenn die Anzahl an verschuldeten oder gefährdeten Jugendlichen und jungen Erwachsenen rückläufig ist, ist es von großer Bedeutung auf den Konsum und seine Folgen einzugehen und die Mechanismen dahinter, wie Werbung und Marketing, zu erkennen. Die 18-Jährige Jasmin Paster vom Stiftergymnasium in Linz fühlt sich derzeit noch nicht fit im Umgang mit Geld, da sie vieles noch von den Eltern bekomme und der Ernstfall, ihr Leben selbst zu finanzieren, noch nicht eingetreten ist. Schulden für nicht notwendige Dinge würde sie aber nicht machen.

Dr. Arnd Florack: Warum Konsum ansteckend ist


Jugendliche sind in Sachen Konsum vielen verschiedenen Einflüssen ausgesetzt: War früher vor allem die TV-Werbung der größte Faktor für Jugendliche, geht heute der Trend ganz klar in Richtung Soziale Medien. Dr. Arnd Florack von der Universität Wien greift diese Entwicklung in seinem Vortrag "Warum Konsum ansteckend ist. Soziale Einflüsse auf das Konsumverhalten von Jugendlichen" auf. Anschaulich beschreibt der Sozialpsychologe die Hintergründe von Markenstrategien und wie diese Strategien von Wirtschaftsunternehmen angewandt werden. Die relativ platte und leicht erkennbare TV-Werbung war also gestern, heute ist es für Jugendliche (und auch für Erwachsene) oft nicht mehr zu eruieren, was Werbung ist und was nicht.

Dr. Kai-Uwe Hellmann: Gottesersatz und Schuldenspirale - Geld und Konsum im Hinblick auf Jugendliche


Dr. Kai-Uwe Hellmann ist Professor für Konsum- und Wirtschaftssoziologie an der TU Berlin und thematisiert in seinem Vortrag die Konsumgesellschaft, in der wir leben und deren Auswirkungen auf die Jugend von heute. Zudem geht er auf die Bedeutung des Geldes ein und zitiert dabei den Philosophen und Soziologen Georg Simmel. Für diesen ist Geld so universal einsetzbar und für alles nutzbar, dass es eine gottgleiche Verbindung aufweise. Die Verlockung des Geldes trifft natürlich auch Jugendliche, denen es aber an Erfahrung im Umgang mit Geld fehlt, diese Kombination kann schnell in die Schuldenspirale führen.

Zum Abschluss stellt Hellmann noch Fragen zum Weiterdenken: Wie vorbildlich und glaubwürdig sind wir Erwachsenen? Ermöglicht Konsum universale Teilhabe an der Gesellschaft? Haben Verschuldner eine soziale Funktion?

Mag. Bernhard Jungwirth: Fallen für junge Online-Konsumenten


Mag. Bernhard Jungwirth, Geschäftsführer des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation (www.oiat.at) und Koordinator der EU-Initiative Saferinternet.at (www.saferinternet.at) zeigt in seinem Vortrag, welche Verlockungen und Fallen in der Online-Welt auf junge Online-Konsumentinnen und -Konsumenten warten. Nach einer Analyse, was Jugendliche in der Online-Welt am liebsten machen, geht Jungwirth auf die Risiken ein. Fehlende Orientierung auf Grund der Informationsflut, schwer erkennbare kommerzielle Inhalte, Einkaufsmöglichkeiten rund um die Uhr oder immer wieder auftauchende Betrugsmaschen sind Probleme, denen sich Jugendliche stellen müssen. Auch auf die vor allem beim jüngeren Publikum beliebten YouTube-Stars wirft der Internetexperte einen Blick. Nicht gekennzeichnete Werbung und Manipulation der User sind keine Seltenheit.

Alle weiteren Infos finden Sie auf der Homepage der Schuldnerinfo OÖ.

Oberösterreichische Pflichtschullehrkräfte haben die Möglichkeit, sich folgende Unterrichtsmedien auszuleihen oder online anzusehen:

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