Klassenrat - Probleme auf Augenhöhe angehen

Der schulische Alltag verläuft nicht immer reibungslos! Das Konzept des Klassenrats kann Abhilfe schaffen. Beim Klassenrat werden gemeinsam Probleme identifiziert und Lösungsvorschläge gesammelt, welche dann bewertet werden. Über den endgültigen Entschluss entscheidet die Mehrheit!

Die SchülerInnen der NMS 18 bei ihrer Klassenrats-Sitzung

Der Klassenrat bietet vielfältige Möglichkeiten. Zum einen bietet er einen passenden Rahmen, um über wichtige Themen zu sprechen und diese zu diskutieren - aber auch um Probleme anzusprechen und gemeinsame Lösungen zu finden. Diese Form des miteinander Arbeitens und des gemeinsamen regelmäßigen Austauschs ist zudem förderlich für die Klassengemeinschaft.

Schülerinnen und Schüler müssen sich neben dem Lernen und den schulischen Aufgaben auch in einer sozialen Gemeinschaft wie der Klasse und Schule zurechtfinden. Das soziale Miteinander in der Schule ist nicht frei von Konflikten! Die Klärung dieser Konflikte nimmt oft viel Zeit des Unterrichts in Anspruch. Oft wird soziales Lernen vorausgesetzt und angemessenes Verhalten von den Kindern und Jugendlichen erwartet. Dies stellt jedoch oft eine Schwierigkeit dar, da man weiß, dass auch soziales Lernen und das demokratische Denken keine Selbstläufer sind, sondern aktiv in den Alltag der Klasse und wöchentlichen Stundenplan eingebaut werden müssen.

Egal ob es sich um administrative Dinge handelt - wie den nächsten Ausflug, die Sitzordnung oder die Wahl des Klassensprechers - oder aber auch um zwischenmenschliche Konflikte - ein Klassenrat schafft einen Raum, in dem alle Schüler und Schülerinnen mit ihrer Lehrkraft gemeinsam demokratisch entscheiden und Lösungen finden. Dadurch, dass es für diese Themen einen festen Ort gibt, fühlen sich die Schüler und Schülerinnen in der Klasse wohl und ernst genommen!

Wir haben mit unserem Kamera-Team die Schüler und Schülerinnen der Linzer NMS 18 besucht und waren bei einer Klassenrats-Sitzung live mit dabei. Wir konnten uns dabei selbst davon überzeugen, welche Vorteile und positiven Effekte ein Klassenrat mit sich bringt:

Der Klassenrat: Klassengemeinschaft stärken und Demokratie fördern


Vor zwei Jahren hatte der Co-Klassenvorstand Andrea Crawford die Idee, in einer dritten Klasse statt der Klassenvorstandsstunde den Klassenrat einzuführen. Die Regeln sind einfach: Im Sitzkreis wird über aktuelle Themen unter Anleitung eines freiwilligen Moderators diskutiert. Lehrkräfte und Schüler sind gleichberechtigt. Ein Regelbeobachter notiert Regelverstöße, der Zeitnehmer hat die Uhr im Auge und der Protokollführer notiert die wichtigsten Gesprächspunkte und Abstimmungsergebnisse.

„Es wird abgestimmt, Schüler und Lehrer sind gleichberechtig und wir richten uns nach den Abstimmungsergebnissen, wenn sie nicht gegen die Schulordnung verstoßen“, so Andrea Crawford.

Probleme werden so gemeinsam auf Augenhöhe angegangen und gelöst und das miteinander Reden stärkte in der NMS 18, wo wir zu Besuch waren, vor allem die Klassengemeinschaft. „In der ersten Klasse war die Gemeinschaft noch nicht sehr gut und jetzt ist unsere Klasse wieder viel besser vereint“, erklärt Justin die positiven Auswirkungen des Klassenrats auf das Klassenklima.



Bildquellen: Thinkstock / Pixabay

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