Schulwechsel: positive Bilanz für NMS

(c) Thinkstock/iStock
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In welche Bildungseinrichtungen wechseln Absolventen der NMS? 2013/14 gab es erstmals in allen Bundesländern Daten zum Schulwechsel österreichischer Schüler.

Die Daten der Erhebung von Statistik Austria zeigen, dass 45,9% des NMS-Abschlussjahrgangs danach eine höhere Schule besuchen. Damit liegt der Anteil höher als bei Schüler aus Hauptschulen (39,3%), jedoch deutlich unter jenem der AHS-Unterstufe (92,6%). Kinder mit nicht-deutscher Umgangssprache wechseln aus allen Schultypen seltener in höhere Schulen, bei den Absolventen aus Neuen Mittelschulen ist diese Differenz jedoch geringer als bei Kindern aus Hauptschulen.

Acht von zehn Maturanten an allgemein bildenden höheren Schulen (AHS) haben bereits in der Unterstufe die AHS besucht. An berufsbildenden bzw. lehrer- und erzieherbildenden höheren Schulen (BHS und LHS) stammen sechs von zehn Absolventen aus einer HS.

9 von 10 AHS-Unterstufenschüler setzten Weg zur Matura fort

Das Ende der 8. Schulstufe stellt in Österreich einen wichtigen Entscheidungspunkt für den weiteren Bildungsweg dar. Die Wahl der in der sogenannten Sekundarstufe II besuchten Ausbildung wird allerdings schon stark vom vorher besuchten Schultyp beeinfluss. So wählen neun von zehn Schüler der AHS-Unterstufe einen Bildungsweg, der zur Maura führt (2013/14: 61,5% AHS-Oberstufe; 31,7% BHS). Von den Abgänger einer HS traten hingegen nur knapp vier von zehn in eine maturaführende Schule über (insges. 39,3%, davon 31,7% in eine BHS und 7,6% in die AHS-Oberstufe).

Aus der Neuen Mittelschule wechselten 2013/14 in die BHS und 9,6% in die AHS-Oberstufe. Die Anteile waren somit großer als bei den Hauptschulabgänger, der Gesamtanteil ist aber weit niedriger als bei Kindern aus der AHS-Unterstufe.

Mädchen wechseln häufiger in höhere Schulen

46,9% der Mädchen, jedoch nur 32,4% der Buben wechselten im Schuljahr 2013/14 nach der HS in eine maturaführende Schule. Das gleiche Bild zeigt sich auch in der NMS: 52,8% der Mädchen traten in eine maturaführende Schule, während es bei den Buben nur 39,7% waren. Für die Abgängerinnen der AHS-Unterstufe lag der Anteil bei 94,1%, für Abgänger bei 91,2%.

Kinder mit nicht-deutscher Umgangssprache profitieren von NMS

Aus der Hauptschule wechselten 42,2% der Kinder mit deutscher Umgangssprache und 28,6% der Kinder mit nicht-deutscher Umgangssprache in eine höhere Schule. Für Kinder aus Neuen Mittelschulen ist dieser Unterschied geringer. Nach Abschluss der NMS besuchen 49,0% der Kinder mit deutscher Umgangssprache und 38,3 Kinder mit nicht-deutscher Umgangssprache eine höhere Schule. Die Differenz beträgt somit an Hauptschulen 13,6 Prozentpunkte und an Neuen Mittelschulen nur 10,7%. Nach der AHS-Unterstufe welchsten 93,5% der Kinder mit deutscher Umgangssprache in eine maturaführende Schule, bei jenen mit nicht-deutscher Umgangssprache lag der Anteil bei 88,4% - ein Unterschied von nur 5,1 Prozentpunkten.

Mehr als die Hälfte aller Maturanten besuchte die AHS-Unterstufe

Über 53,4% der Maturanten aller Schultypen des jahrgangs 2013 haben in der Sekundarstufe I eine AHS-Unterstufe, 42,2% eine Hauptschule besucht. Ehemalige Hauptschüler stellen nur 16,9% der erfolgreichen Reifeprüflinge der AHS-Oberstufe. An berufs- bzw. lehr- und erzieherbildenden höheren Schulen haben hingegen sechs von zehn Absolventinnen und Absolventen in der Sekundarstufe I eine Hauptschule besucht. Von den rund 42.000 jungen Frauen und Männern, die eine höhere Schule mit der Matura abschließen, beginnen zwei Drittel innerhalb von drei Jahren ein Hochschulstudium.

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