So tickt die Jugend von heute...

cc www.thinkstock.com/iStock
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Was bestimmt heute das Leben der Jugend? Was ist typisch für die Gegenwart? Ausgeprägter Individualismus, Pragmatismus, ständig auf der Suche nach neuen Erfahrungen und große Lust am "Zauber der Oberfläche" - so beschreibt Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier die heutige Jugend.

"Die Jugend unserer Zeit ist relativ homogen und zeigt ein klares Profil. Die zentrale Eigenschaft der Gegenwartsjugend ist ihr ausgeprägter Individualismus. Das hießt, sie wurden dazu erzogen, zuerst auf den eigenen Nutzen zu achten und erst danach über den Nutzen der Gemeinschaft bzw. Gesellschaft nachzudenken", erklärt der Vorsitzende des Instituts für Jugendkulturforschung Bernhard Heinzlmaier. Dies sei auch der Grund, warum die Jugendlichen von heute oftmals als EGO-Generation beschrieben werden.

Jugendliche sind gelassen und abgeklärt

Die zweite wichtige Eigenschaft der Jugend ist ihr Pragmatismus. Die Jungen wollen von Ideologien und großen Weltentwürfen nichts wissen. In ihren Augen sind sowohl der Sozialismus und auch der Kapitalismus gescheitert. Die Zukunft der Gesellschaft wird nur wenig optimistisch gesehen, nicht jedoch die eigene Zukunft. Die Jugend von heute ist gelassen und abgeklärt. Sie weiß, was sie will und sie ist auf eine sehr kühle und unaufgeregte Art und Weise versucht, ihre Zukunftspläne mit Kalkül um- und durchzusetzen.

Aufstieg durch Anpassung

Die Jugendlichen sind ständig auf der Suche nach Ereignissen und neuen Erfahrungen, die die Normalität der Alltäglichkeit unterbrechen. „Obwohl die jungen Menschen nach dem außergewöhnlichen Erlebnis suchen, behalten sie sich eine Rückfahrkarte, um wieder in die Normalität des Lebens zu gelangen. Keinesfalls wollen sie aussteigen, ganz im Gegenteil. Sie wollen mitmachen und dafür Anerkennung sowie materielle Güter erhalten. Sie sind aber nicht rebellisch. Sie wollen nicht durch Auflehnung und Heldentum die Spitze erklimmen. Aufstieg durch Anpassung lautet die postmoderne Jugendphilosophie“, führt Heinzlmaier weiter aus.

Ideell vs. materiell

Werden die heutigen Jugendlichen vor die Wahl zwischen ideellen und materiellen Werten gestellt, so fällt die Entscheidung eindeutig aus: Materiell. Abstrakte Werte mobilisieren ledigilich eine Minderheit.

Vom Zauber der Oberfläche

"Hyper attention" anstatt "deep attention" - bedeutet, dass die Fokussierung der Jungen auf mehreren Dingen beruht. "Sie machen vieles gleichzeitig oder in Serien hintereinander. Bei einer Sache bleiben sie zumeist nur kurz, denn Kontinuität und Wiederholung empfinden sie als fürchterlich. Langfristige Bindungen werden vermieden, dafür wird der flichtige Zauber der Oberfläche geliebt", so der Jugendforscher.

OÖ Rotes Kreuz sieht sich in der Wertehaltung bestätigt

Der Präsident des OÖ. Roten Kreuzes, Dr. Walter Aichinger, sieht sich aufgrund dieser Tatsachen mit großen Herausforderungen konfrontiert, sieht sich jedoch gleichzeitig in der Wertehaltung der größten humanitären Hilfsorganisation des Landes bestätigt. „Mit dem OÖ. Roten Kreuz bzw. mit dem OÖ. Jugendrotkreuz verfolgen wir das Ziel, junge Menschen so früh als möglich zu humanitärer Gesinnung, zu mitmenschlichem Verhalten und zu einer gesunden Lebensweise hinzuführen. Darin sehen wir den Schlüssel des künftigen gesellschaftlichen Miteinanders“, so Aichinger.

 

 

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