Classroom-Management – bevor kleine Konflikte groß werden

Quelle: iStockphoto/Thinkstock
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Kein anderes Merkmal ist so eindeutig und konsistent mit dem Leistungsniveau und dem Leistungsfortschritt
von Schulklassen verknüpft wie Classroom-Management.

Es basiert auf einer guten Beziehung des Lehrers zu seinen Schülern, verbessert das Klima im Klassenzimmer und reduziert Disziplinschwierigkeiten und Konflikte.

Das wissen immer mehr Lehrer. Sie arbeiten engagiert und kreativ in diesem Bereich.

Einleitung

Erster Schultag, erste Minute. Die Schüler sind bereits im Klassenzimmer als Frau Fuchs eintritt. Es herrscht Durcheinander. Sie sieht gerade noch, wie Giudo Luigi voll auf den Rücken schlägt. Was jetzt?

Kurzfristig reagieren: Disziplinmanagement

Frau Fuchs könnte so tun, als hätte sie von all dem nichts gesehen. Das wäre aber wenig günstig. Warum? Weil bei den Schülern sofort der Eindruck entstünde, dass Frau Fuchs der Vorfall gleichgültig sei. Noch schlimmer wäre, sie würden ihr Verhalten als Schwäche auslegen.

Frau Fuchs könnte auch sofort sagen: „Hallo, (Frau Fuchs kennt die Namen der Schüler noch nicht, denn es ist ja erst die erste Unterrichtsstunde) was hab ich da gesehen – das kommt aber nicht mehr vor.“ Eine wenig günstige Reaktion. Guido wird nach 5 Minuten die Ermahnung vergessen haben. Und welcher Schüler soll sich mit „hallo“ angesprochen fühlen?

Sie sagt stattdessen: „Guido, (sie hat die Namen ihrer Schüler vor der ersten Stunde gelernt) - ich möchte dich nach dem Unterricht sprechen.“ Und zwar so laut, dass gerade diejenigen Schüler, die Zeugen dieses Vorfalls wurden, das auch hören. Die anderen Schüler, die das nicht mitbekommen haben, müssen nicht hören, was sie sagt. Damit signalisiert sie Guido und seinen Mitschülern: „Ich bin nicht gewillt diesen Vorfall hinzunehmen. Aber ich will ihn auch nicht unnötig an die große Glocke hängen.“

Langfristige Strategie entwerfen: Classroom-Management

Aber wie könnte eine Classroom-Management-Strategie in diesem Fall aussehen? Eine Strategie, die das Problem präventiv angeht? So, dass es gar nicht mehr zu solchen Vorfällen kommt?

Das folgende Beispiel ist absichtlich sehr detailliert beschrieben, um einige zentrale Merkmale von Classroom-Management deutlich zu machen.

Frau Fuchs entscheidet sich noch am ersten Schultag dafür, den Ablauf „das Klassenzimmer ordentlich betreten“ einzuüben. Er besteht aus folgenden Teilen:

  • Die Schüler stellen sich vor Unterrichtsbeginn vor dem Klassenzimmer auf.
  • Jeder betritt der Reihe nach das Klassenzimmer. Frau Fuchs, die bereits vor dem Klassenzimmer auf ihre Schüler wartet, begrüßt jeden per Handschlag und mit Namen: „Guten Morgen, Luigi.“
  • Sie hat Namensschilder auf den Tischen der Schüler angebracht. Sie erklärt jedem Schüler seinen Sitzplatz. „Schau Luigi – da ist dein Platz.“ Sie zeigt hin.
  • Sie hat auf jedem Schülertisch bereits ein Blatt mit einer kleinen und einfachen Aufgabe vorbereitet, z.B. bei ihren Viertklässlern, „male bitte ein Bild von deinem Lieblingstier“. Sie schaut Luigi an und sagt: „Auf deinem Tisch liegt ein Blatt. Setze dich bitte gleich an deinen Tisch und bearbeite es. Danke“

Wie Frau Fuchs konkret vorgeht, welche "Zutaten" sie für einen Erfolg benötigt und welche Vorteile ihr Handeln bringt, können Sie in folgendem Dokument nachlesen:

 

Literatur

  • Eichhorn, C. (2012): Classroom-Management: Wie Lehrer, Eltern und Schüler guten Unterricht gestalten. Klett-Cotta. 6. Aufl
  • Eichhorn, C. (2013): Chaos im Klassenzimmer – Classroom-Management – Damit guter Unterricht noch besser wird. Klett-Cotta
  • www.classroom-management.ch

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
17.06.2013
Link
https://www.edugroup.at/bildung/paedagogen-paedagoginnen/im-blickpunkt/detail/classroom-management-bevor-kleine-konflikte-gross-werden.html
Kostenpflichtig
nein