Eltern – wichtigster Partner des Lehrers

© Photodisc/Thinkstock
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Trotz schwieriger äußerer Rahmenbedingungen gelingt es Lehrern, mit den meisten Eltern ihrer Schüler eine gute Kooperationsbeziehung aufzubauen. Die Eltern schätzen die Arbeit des Lehrers und beide ziehen an einem Strick. Allerdings gibt es auch Ausnahmen.

Mit negativen Folgen für den Unterricht. Lern- und Disziplinprobleme entwickeln dann eine ungünstige Dynamik und sind kaum noch erfolgreich zu bewältigen. Deshalb profitiert jeder Lehrer von einer proaktiven ausgerichteten Elternarbeit, die auf eine gute Kooperation mit den Eltern setzt.

Beispiel aus der Praxis

Der 13-jährige Dario kam empört nach Hause. „Herr Peng gibt auch die unmöglichsten Hausaufgaben auf. Bis morgen müssen wir das ganze Kapitel über die Steinzeitwerkzeuge abschreiben“. Das fand auch sein Vater keine gute Idee. „Was soll diese Abschreiberei“, dachte er sich. Zu seiner Frau sagte er: „Die unterrichten immer noch wie vor 20 Jahren.“ Intuitiv erspürte Dario diese kritische Haltung seines Vaters. Mit diesem Rückhalt konnte er es sich leisten, Herrn Pengs Arbeitsaufträgen und Zurechtweisungen nur noch sehr widerwillig nach zu kommen. Zu Hause streute er immer wieder negative Informationen über Herrn Peng, die seinen Vater dazu brachten, Darios Lehrer immer negativer zu sehen.

Tatsächlich verliefen die Dinge aber ganz anders. Dario musste den Text deshalb abschreiben, weil er einem Mitschüler einen Schlag in den Rücken versetzt hatte. Davon erzählte er zu Hause natürlich nichts.

Die Arbeit des Lehrers ist leichter, wenn die Eltern seiner Schüler hinter ihm stehen. Das sollte er aber nicht voraussetzen. Denn ein Schüler kann zu Hause die Ereignisse aus der Schule vor allem dann einseitig darstellen, wenn dessen Eltern alles unhinterfragt glauben, was ihr Kind über seinen Lehrer berichtet. Das verleitet ein Kind dazu, zu Hause über weitere negative Episoden seines Lehrers zu berichten. Damit bringt das Kind seine Eltern allmählich dazu, für es Partei zu ergreifen. Es spürt ihren Rückhalt, was die Position des Lehrers vor allem dann schwächt, wenn er Anforderungen in Bezug auf Lernen und Sozialverhalten stellt, die dem Kind lästig sind und denen es deshalb lieber ausweicht. 

Was haben Sie als Lehrer von einer guten Kooperation mit den Eltern?

Eltern verfügen, wegen ihrer besonderen Beziehung zu ihrem Kind, über einen erheblichen Einfluss darauf, wie es sich in der Schule verhält. Ob es sich im Unterricht an die Regeln hält, ob es einen angemessenen Umgang mit seinen Mitschülern pflegt usw. – all diese Dinge werden zu einem fundamentalen Teil mit durch das Elternhaus beeinflusst.

Eltern haben aber nicht nur einen großen Einfluss darauf wie sich ihr Kind in der Schule verhält, sondern auch auf dessen Lern- und Arbeitshaltung. Nach einer Studie von Markus Neuenschwander liegt der Einfluss der Lehrer auf den Schulerfolg bei etwa 10 – 15% - der der Eltern aber bei 30 – 50%. Neuenschwander folgert daraus: „Wenn Eltern eine positive Einstellung zur Schule haben, dann geben sie diese an ihr Kind weiter“. Und umgedreht. Dann wird aber die Arbeit für die Lehrerin schnell zur Schwerstarbeit, vor allem wenn das Kind nicht nur schlecht lernt, sondern versucht, sein leistungsmäßiges Ungenügen mit Verhaltensproblemen zu kompensieren. Und das kommt in fast allen Klassen vor.

Als Lehrer optimieren Sie Ihren Einfluss auf den Schüler, wenn Ihre Beziehung zu seinen Eltern stimmt. Wenn Sie die Eltern ihrer Schüler hinter sich haben, stehen Ihnen zahlreiche Optionen offen. Sie können jetzt entscheiden, mit den Eltern auch heikle Themen zu besprechen wie:

  • Wenn ein Kind nicht lernt, was kann dann jeder der Beteiligten tun, damit es eine gute Lern- und Arbeitshaltung entwickelt.
  • Wenn ein Kind durch Disziplinprobleme auffällt, was kann dann jeder der Beteiligten tun, damit es seine Sozialkompetenz verbessert.
  • Und natürlich kann sich die Lehrerin dann auch viel einfacher mit den Eltern darüber austauschen, wenn ein Kind schüchtern oder ängstlich ist, wenn es in der Schule davon berichtet, das ganze Wochenende vor dem Computer verbracht zu haben, wenn es sich schwer tut, in der Klasse Freunde zu finden usw. usw.

Natürlich profitiert auch das Kind davon, wenn Lehrer und Eltern an einem Strang ziehen.

Mit welchen Eltern eine gute Kooperation besonders wichtig ist und wie man überhaupt zu einer guten Kooperation mit den Eltern kommt, erfahren Sie hier: 

 

Literatur

  • Eichhorn, C. (2009): Classroom-Management. Wie Lehrer, Eltern und Schüler guten Unterricht gestalten. Klett-Cotta, 3. Aufl.

  • Eichhorn, C. (2011): Bei schlechten Noten helfen gute Eltern. Klett-Cotta.

Der Beitrag ist Gründen der Lesbarkeit in männlicher Form verfasst. 

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
16.09.2013
Link
https://www.edugroup.at/bildung/paedagogen-paedagoginnen/im-blickpunkt/detail/eltern-wichtigster-partner-des-lehrers.html
Kostenpflichtig
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