Cybermobbing

© LSOphoto/iStock/Getty Images Plus
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Mobbing ist kein neues Phänomen, aber mit der Ausweitung auf den digitalen Raum, hat es eine ganz neue, verschärfte Dimension angenommen. Was Cybermobbing ist und was Schule, Eltern, aber auch betroffene Jugendliche dagegen tun können, erfahren Sie hier:

Das Internet ist mittlerweile fixer Bestandteil im Alltag der Jugendlichen. Durch das Smartphone haben sie jederzeit Zugang zu Internet und können die digitalen Kommunikationswege wie WhatsApp, Facebook und Co nutzen:


Zahlen, Daten, Fakten


Fast allen 11- bis 18-jährigen Jugendlichen (94 % ) steht Internet zu Verfügung. Sie nutzen hauptsächlich das Smartphone (91 %), noch vor PC/Laptop (86 %) oder Tablet (34 %), um ins Internet zu gelangen. Die Internetaktivitäten pro Tag nehmen laufend zu. 2013 verbrachten die Jugendlichen ca. 68 Minuten pro Tag im Internet, 2015 waren es 77 Minuten und 2017 bereits 94 Minuten.

Mehr zu den Ergebnissen der Oö. Jugend-Medien-Studie

Was ist Cybermobbing

Unter Cybermobbing wird das bewusste Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen über digitale Kommunikationsmittel verstanden. Im Internet werden vor allem Messenger wie WhatsApp, Foto- und Videoplattformen wie Instagram oder YouTube und Soziale Netzwerke wie Facebook dazu missbraucht. Für die Betroffenen ist es besonders schlimm, da sich Beleidigungen über das Internet sehr schnell verbreiten und innerhalb kurzer Zeit ein sehr hoher Adressatenkreis erreicht werden kann. Außerdem sind die Betroffenen durch die Verlagerung ins World Wide Web rund um die Uhr den Attacken ausgesetzt.


Was sagt das Gesetz

Cyber-Mobbing ist nach § 107c StGB strafbar:

§ 107c. (1) Wer im Wege einer Telekommunikation oder unter Verwendung eines Computersystems in einer Weise, die geeignet ist, eine Person in ihrer Lebensführung unzumutbar zu beeinträchtigen, eine längere Zeit hindurch fortgesetzt

1. eine Person für eine größere Zahl von Menschen wahrnehmbar an der Ehre verletzt oder

2. Tatsachen oder Bildaufnahmen des höchstpersönlichen Lebensbereiches einer Person ohne deren Zustimmung für eine größere Zahl von Menschen wahrnehmbar macht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen zu bestrafen.

(2) Hat die Tat den Selbstmord oder einen Selbstmordversuch der im Sinn des Abs. 1 verletzten Person zu Folge, so ist der Täter mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.

Mehr Infos dazu!

Gemeinsam gegen Cybermobbing

Was kann nun gegen Cybermobbing unternommen werden? Barbara Buchegger von Saferinternet.at erklärt in diesem Shortcut, was Cybermobbing ist und welche Präventionsmöglichkeiten es gibt:

Wie kann Schule aktiv werden

Cybermobbing tritt vor allem im unmittelbaren Umfeld der Opfer auf und da ist die Schule auch ein wichtiger Teil davon. Daher ist die Schule ebenfalls gefragt, (Cyber)mobbing früh zu erkennen bzw. Rahmenbedingungen zu setzen, die kein (Cyber)mobbing zulassen:

  • Schüler in ihrem Selbstbewusstsein stärken
  • Empathie steigern
  • Klassenklima verbessern
  • Wertschätzender Umgang auch unter Lehrerkollegen
  • Konstruktive Feedback-Kultur
  • Gutes Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler schaffen
  • Verhaltensvereinbarungen erstellen
  • Umgangston thematisieren
  • "Kummerkasten" (E-Mail oder "echter" Briefkasten) einrichten
  • Peer-Modelle einführen: Schüler helfen sich gegenseitig - dafür müssen Jugendliche aber geschult werden
  • Hilfe von außen suchen (Schulpsychologie, Kinder und Jugendanwaltschaft etc.)
  • Weiterbildungen zum Thema besuchen

Mehr Informationen finden Sie in den Unterrichtsmaterialien

Aktiv gegen Cyber-Mobbing
Saferinternet.at informiert mit diesem Unterrichtsmaterial praxisnah über Cyber-Mobbing und gibt konkrete Unterstützung bei der Behandlung des Themas in der Schule. Das Material richtet sich vor allem an Lehrende der Sekundarstufe I, bietet aber Unterstützung für alle Schulstufen.
zum Download


Mobbing an Schulen
Dieser Leitfaden für die Schulgemeinschaft im Umgang mit Mobbing gibt Hilfestellung zur Einschätzung von Mobbingsituationen, Hinweise zur Planung und Umsetzung im konkreten Fall und soll Handlungssicherheit im Umgang mit Mobbingvorfällen bieten.
Zum Download


Unterrichtsfilme für oö. Pflichtschulen

Konflikt - Mobbing - Gewalt
Medienpaket rund um das Thema "Konfliktmanagement und Gewaltprävention"
Eignung: Mittelstufe, Oberstufe
zum Medienpaket


Streiten und Vertragen
Medienpaket rund um das Thema "Streit, Mobbing, Gewalt – das muss nicht sein!"
Eignung: Grundstufe
zum Medienpaket


Tipps für Eltern

  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Kind und reden Sie darüber. Mobbing kann sehr belastend sein, überhaupt wenn sich Kinder niemanden anvertrauen kann. Nehmen Sie Ihr Kind ernst und vermeiden Sie Vorwürfe und Schuldzuweisungen.
  • Überlegen Sie sich eine Strategie und sprechen Sie mit Ihrem Kind, was gegen Mobbing getan werden kann. Unterstützen Sie Ihr Kind, dass die peinlichen Fotos entfernt werden, indem die Verantwortlichen zur Löschung aufgefordert oder direkt die Seitenbetreiber kontaktiert werden. Wenn dies nichts hilft, können Sie sich an den Internet Ombudsmann wenden.
  • Versuchen Sie die Täter zu identifizieren. Meist stammen die Täter aus dem Umfeld der Opfer. Suchen Sie das Gespräch mit der Schule bzw. dem Ausbildungsplatz.
  • Erstatten Sie Anzeige. In schwerwiegenden Fällen sollten Sie die Polizei verständigen.

Um Cybermobbing vorzubeugen, zeigen Sie Interesse an der Lebenswelt Ihres Kindes und informieren Sie sich über die Handy- und Internetnutzung. Reden Sie mit Ihrem Kind über das Verhalten im Internet und Weitergabe von persönlichen Daten.

Weiterführende Informationen für Eltern

Medien in der Familie
Der Ratgeber gibt Eltern einen Überblick über die Welt der digitalen Medien und weist auf Chancen und Gefahren im Familienalltag hin. Eines der 17 Kapitel widmet sich dem Thema Cybermobbing und bietet Tipps und Informationen zu Kontaktstellen.
Zum Download


Tipps für Jugendliche

  • Bleib ruhig. Der Absender möchte dich provozieren. Reagiere nicht auf Nachrichten, die dich ärgern.
  • Rede darüber. Wende dich an eine Vertrauensperson (Eltern, Freunde, Lehrer,…) und sprich über deine Probleme – je früher desto besser. Du kannst dich auch anonym an 147 Rat auf Draht wenden.
  • Sichere Beweise. Mache Screenshots von Bildern und unangenehmen Nachrichten, damit deine Geschichte glaubhaft ist.
  • Melde Belästigungen und sperre User. Informiere umgehend die Betreiber der Webseite, auf denen die unangenehmen Bilder und Nachrichten gepostet werden. Auf den meisten sozialen Netzwerken und Online-Diensten kannst du auch unerwünschte Personen sperren.

Mehr Informationen

Flyer: Cyber-Mobbing
Dieser Flyer erklärt, wie man Mobbing-Opfern helfen kann sich und sich selbst gegen Mobbing in der digitalen Welt zur Wehr setzen kann - kompakt und einfach zusammengefasst.
Zum Download


Icons: Valsur/iStock/Getty Images Plus