Individualisierung & Differenzierung

Individualisierung & Differenzierung haben in der Neuen Mittelschule einen hohen Stellenwert. Die verschiedensten Fähigkeiten und Talente der Kinder sollen auf unterschiedliche Weise gefördert werden.

Konkret bietet die Neue Mittelschule:

  • Neue, kooperative und offene Unterrichtsformen (Kleingruppenunterricht, Lehrer unterrichten im Team)
  • Praxisorientierten, forschenden sowie themenzentrierten Unterricht
  • Fächerübergreifendes, projektorientiertes und selbsttätiges Lernen
  • Förderkurse und individuelle Förderprogramme
Flexible Differenzierung in der Umsetzung
BeginnendTeilaspekte der flexiblen Differenzierung fehlen oder werden fehlerhaft umgesetzt, z.B. Differenzierung ausschließlich nach Vorwissen, Bildung von fixen homogenen Gruppen, Differenzierung durch Selbstwahl der Schüler/innen; größtenteils Unterricht in Halbklassen oder Halbgruppen; unterschiedliche Zielsetzungen innerhalb der Lerngruppe führen zu auseinanderdriftenden Leistungen; Annahmen hinsichtlich des Leistungsvermögens einer/s Schülers/in sind Grundlage für Zuteilung der Aufgaben.
Am WegEin differenziertes Angebot an Aufgaben nach Vorwissen, Interessen und Lernpräferenzen wird den Schüler/innen nach dem Gießkannenprinzip zur Verfügung gestellt; fixe Gruppen arbeiten regelmäßig zusammen und nehmen sich gegenseitig different auf Basis der Gruppenzugehörigkeit wahr; Fokus auf Umgang mit Heterogenität (Problematisierung von Vielfalt) bzw. Bildung von homogenen Gruppen; fortgeschrittene Schüler/innen werden als Tutoren eingesetzt bzw. als "Selbstläufer" behandelt; es besteht Unter- und Überforderung für manche.
Zielbild

Differenzierungsmaßnahmen werden auf Basis von Informationen zum Lernstand der Schüler/innen sowie im Hinblick auf die Lernziele strategisch eingesetzt; Klassenführung gelingt auch bei unterschiedlichen Lernsettings und Gruppenkonstellationen; alle sind gefordert, es herrscht ein lernförderliches Arbeitsklima; Schüler/innen sind überwiegend herausgefordert und arbeiten konzentriert.

 

Flexible Differenzierung


Die flexible Differenzierung soll die Chancengerechtigkeit für alle Schüler gewährleisten. Tanja Westfall-Greiter begründet die Sinnhaftigkeit der flexiblen Differenzierung in der Unterrichtsgestaltung der NMS und betont, dass Chancengerechtigkeit nicht erreicht werden kann, wenn Gerechtigkeit mit Gleichbehandlung verwechselt wird. Sie referierte beim regionalen Lernatelier in St. Johann im Pongau im Oktober 2011.

Differenziertes Lernen

In der Neuen Mittelschule will man auf die Einzigartigkeit eines jeden Kindes individuell eingehen und somit die verschiedenen Fähigkeiten und Talente fördern. Klingt ja grundsätzlich durchaus schlüssig - jedoch wie sollen Lehrkräfte dies im Unterricht umsetzen? Differenzierungsexpertin Carol Ann Tomlinson, auf deren Differenzierungsmodell die Unterrichtsentwicklungsarbeit der NMS aufbaut, behandelt in ihrem Vortrag genau diese Problematik. Sie erzählt ihre persönlichen Erfahrungen aus 20 Jahren Lehrtätigkeit und wie es ihr gelungen ist, auf jedes Kind so einzugehen, dass eine bestmögliche Förderung gelingen konnte. Sie referierte am 15. Juni 2011 an der Pädagogischen Hochschule Salzburg.

Interview Carol Ann Tomlinson


Differenzierungsexpertin Carol Ann Tomlinson gibt im persönlichen Interview (Juni 2011, PH Salzburg) einen allgemeinen Überblick über Differenzierung im Unterricht. In welchen Schulen ist Differenzierung überhaupt möglich und wie können Lehrkräfte Step-by-Step mit differenziertem Unterricht beginnen?