Rückwärtiges Lerndesign

Als rückwärtiges Lerndesign bezeichnet man die Bestimmung und Konkretisierung des Lerninhalts – WAS soll gelernt werden? Wurde dieser Inhalt bestimmt, dient er als Voraussetzung auf die nächste Frage: WIE soll gelernt werden?

Das Prinzip des rückwärtigen, also vom Ende her denkenden Gestaltungsansatzes, ist eine Erkenntnis aus dem Zeitalter der Kompetenzorientierung. Die Unterrichtsplanung erfolgt rückwärts von Lernzielen und authentischen Aufgaben, die auf das Wesentliche eines Lernbereichs in einem Fach fokussieren.

Lerndesign führt nachweislich zu besseren Lernergebnissen, weil die langfristigen Transferziele durch authentische Problemlöseaufgaben im Vordergrund stehen. Authentische Aufgaben versetzen Schüler in die Lage, ihre fachliche Kompetenz zu zeigen und somit sichtbar machen zu können. Die Aufgaben sind direkt vom Leben abgeleitet, plausibel und glaubwürdig in dem Sinn, dass es für Schüler vorstellbar ist, dass sie mit einer solchen Situation konfrontiert werden könnten.

Beim Rückwärtigen Lerndesign werden die langfristigen Ziele mitgedacht, damit das, was im Unterricht geschieht, Relevanz für die Schüler bekommt, damit sie den Anschluss finden können.

Siehe auch: Glossareintrag "Rückwärtiges Lerndesign" in der NMS Bibliothek

 


Rückwärtiges Lerndesign in der Umsetzung
BeginnendTeilaspekte des Lerndesigns fehlen oder werden fehlerhaft umgesetzt, z.B. geplante Aktivitäten werden als Tun-Können-Ziele dargestellt, Verstehensziele werden mit Wissenszielen verwechselt; Kernideen sind leicht abprüfbar; Lernziele sind den Schüler/innen nicht klar, Zielbild ist implizit; Beurteilungskriterien sind angedeutet oder implizit.
Am WegDas Zielbild und die Erfolgskriterien sind allen bekannt; Lehr- und Lernprozesse sind am Zielbild orientiert: Bezug zu Bildungsstandards teils gegeben: Kriterien sind bekannt.
ZielbildLernziele und Erfolgskriterien sind transparent und für jede/n klar: Lernziele in den Kategorien Verstehen, Wissen, Tun Können sind formuliert: das Zielbild ist im Einklang mit den Bildungsstandards und fungiert als Referenzrahmen für lehren und lernen; Lehr- und Lernprozesse werden vom Wechselspiel offener, sinnstiftender Kernfragen und verstehensorientierter Kernideen geleitet.

 

 

 

Michael Schratz: Lernseits des Geschehens


"Lernen und Lehren bedingen einander - aber wie!?" - Diese Frage stellte Dr. Michael Schratz beim NMS-Vernetzungstreffen im Mai 2012 in Wien. In seinem Vortrag geht er auf dieses Spannungsfeld ein und gibt Einblicke in Erfahrungen aus dem NMS-Alltag aus der Innsbrucker Vignettenforschung, die interessante Perspektiven für lebendiges Lernen im Schulalltag eröffnen. (Foto: Johannes Hloch/BMUKK)