4. Vernetzungstreffen - Gewalt Schule Medien

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Am 19. Jänner 2018 fand im Festsaal des Schlossmuseums Linz das bereits 4. Vernetzungstreffen "Gewalt-Schule-Medien" statt. Mit dabei waren wieder zahlreiche Experten, die zum Thema Fake News und Gefahren im Netz referierten.

Lehrkräfte und Eltern nehmen eine maßgebliche Rolle ein, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche durch die Medienwelt zu begleiten. Um immer auf dem Laufenden zu bleiben, hat es sich die Education Group zur Aufgabe gemacht, jährlich ein Vernetzungstreffen für Multiplikatoren bzw. Lehrkräfte zu veranstalten. In diesem Jahr waren wieder zahlreiche Teilnehmer dabei und hochkarätige Vorträge rundeten den Seminartag ab. Nähere Informationen zu "Gewalt -Schule -Medien" finden Sie hier.

Internet: Gefahren erkennen, Chancen nutzen


Rund 300 Pädagoginnen und Pädagogen sind am 19. Jänner 2018 zum 4. Vernetzungstreffen der Initiative „Gewalt-Schule-Medien“ ins Linzer Schlossmuseum gekommen. 2010 startete das Projekt mit dem Ziel, Oberösterreichs Pädagogen und Pädagoginnen auf die neuen Herausforderungen der digitalen Medien vorzubereiten. Das Tagungsprogramm war inhaltlich breit gefächert und ging vom richtigen Umgang mit Fake News über das Erkennen von derartigen Meldungen bis hin zu Mobbing und Cyberkriminalität.

Foto: ©Thinkstock/iStock/Omgimages

Ingrid Brodnig - Fake News als Gefahr für die Gesellschaft


"Ich bin ein Katzenfan", sagt Ingrid Brodnig über sich und erklärt anhand ihrer Affinität zu Katzen, wie im Internet Echo-Kammern entstehen. "Das sind digitale Räume, in denen Menschen sich großteils mit Gleichdenkenden umgeben und eher Informationen von Seiten beziehen, die ihrem Weltbild entsprechen." Brodnig fordert deshalb auch, einen pluralistischeren Weg. Informationen aus mehreren Quellen zu generieren und bei Webseiten auch mal genauer hin zu sehen, damit keine einseitige Weltanschauung passieren kann. Auf der Suche nach Fake News gibt sie eine einfache Regel bekannt: "Bitte einfach mal hinunterscrollen ans Ende der betreffenden Seite, da sehen Sie oft schon viel Informationen über Fake oder nicht-Fake", so Brodnig.

Barbara Buchegger - Informationen richtig bewerten


Barbara Buchegger ist Expertin bei Saferinternet.at und hat in ihrem Alltag viel mit Jugendlichen, Kindern und neuen Medien zu tun. Für sie ist es wichtig, dass den jungen Menschen der richtige Umgang mit sozialen Netzwerken und dem Internet gelehrt wird. "Wo sind die Quellen? Wir müssen wissen, wo im Internet wir was finden!", betont Buchegger. "Verwendet mehrere Suchmaschinen, vergleicht, setzt Anführungszeichen in der Suche! - es macht einen Unterschied!", so Buchegger.

Saferinternet ist eine Initiative die vor allem Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrende beim sicheren, kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien unterstützt.

Andre Wolf - Wir von Mimikama tun das, was jeder tun kann!


"Wir hängen den ganzen Tag im Internet herum und schauen, was hinter vielen urbanen Legenden steht und publizieren dies", so Andre Wolf, mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen, vom Verein Mimikama. Dieser hat sich seit dem Jahr 2011 zum Ziel gesetzt, Internetmissbrauch, Internetbetrug und Falschmeldungen bzw. Fakes entgegen zu wirken und zu bekämpfen. Der Fokus liegt vor allem auf den sozialen Medien wie Facebook, Twitter und WhatsApp, wo Mimikama auch Useranfragen direkt beantwortet bzw. zugesendete Informationen oder Gerüchte überprüft. "Der nächste Schritt ist, dass wir vielmehr in Richtung Bildung gehen müssen, dass Menschen soziale Netzwerke verstehen können und auch Nutzungsregeln beachten", so Wolf.

Andre Wolf - Falschmeldungen, Fakes und Fake News


Falschmeldungen, Fakes, Horrorclowns oder Kettenbriefe. Sie kursieren tagtäglich im Netz. Der Verein Mimikama hat es sich seit dem Jahr 2011 zum Ziel gesetzt, die Falschmeldungen aufzudecken und die Nutzer zu warnen. Andre Wolf ist seit Anfang an mit dabei und erläutert anhand einiger Beispiele die tägliche Arbeit von Mimikama. Eindrucksvoll präsentiert der Fake-Jäger, wie man selber mit nur wenigen Klicks feststellen kann, ob gewisse Meldungen oder Bilder wahr sind und dem enstsprechen, was sie darstellen. Der Arbeitsaufwand des Vereins ist enorm - Tendenz steigend. Mimikama hilft dabei, den Usern einen klareren Blick zu verschaffen und das Netz von Unwahrheiten zu befreien.

Rupert Herzog - Mobbing und verbale Gewalt


Rupert Herzog ist von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Oberösterreich und arbeitet in der Mobbing- und Gewaltprävention. In seinem Vortrag geht er auf die verschiedenen Stufen zum Mobbing ein und erzählt aus seiner Arbeit mit Jugendlichen. Herzog fordert zudem eine konkrete ethische Zielvorstellung in der Pädagogik. Wie diese Aussehen kann, sehen Sie im Vortrag.

Alexander Geyrhofer - Welchen Gefahren sind Kinder durch Medien ausgesetzt?


Alexander Geyrhofer ist Gruppeninspektor am Landeskriminalamt OÖ und in seiner täglichen Arbeit mit Mobbing, Erpressung, Cyberkriminalität und anderen Online-Delikten konfrontiert. "Der Klassiker beim Cybermobbing ist WhatsApp", sagt Geyrhofer und geht näher auf konkrete Beispiele ein. Sein Tipp: "Klebt bitte die Webcam eures Computer zu und sendet nicht unüberlegt Fotos von euch!" Durch seine Erfahrungen und den Tatsachenberichten schafft es Geyrhofer, den Zuseher bzw. Zuhörer in den Bann zu ziehen.

Medienpaket für den Unterricht: Konflikte - Mobbing - Gewalt